Mobiles Web Internet-Schwergewichte einigen sich auf Standards
Nach dem Konkurrenten Yahoo! bietet auch die Suchmaschine Google ihre Internet-Dienste für unterwegs über das Handy an. Wie bereits in den USA können Nutzer der Google-Mail Gmail seit Dienstag auch in Deutschland ihre Nachrichten auf Mobiltelefonen oder ihrem PDA nutzen, wie der für Mobildienste zuständige Google-Manager Deep Nishar am Montag in einer Telefonpressekonferenz sagte. Dabei könnten auch Anhänge wie Fotos oder Dokumente mitgeschickt werden. Auf dem Handy kann ab sofort auch die Google-Startseite mit allen Favoriten und üblichen Einstellungen angezeigt werden. Der Dienst Google News erlaubt nun auch mobil den Zugriff auf Nachrichten.
Neben Deutschland startete Google den Mobildienst am Dienstag in Europa unter anderem auch in Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden und Russland. Hinzu kommen China, Indien, Brasilien und Kanada. Das Internet-Portal Yahoo! hatte zur Computermesse Cebit im März unter anderem in Deutschland einen ähnlichen Dienst eingeführt.
Wohl kaum zufällig stellt sich Google zeitgleich hinter eine Initiative des World Wide Web Consortium (W3C), das seit einiger Zeit versucht, einen Standard für die Gestaltung von Mobilseiten im Web durchzusetzen. Neben Google machen sich nun Vodafone und Nokia für die unter dem Dach des W3C, unter Beteiligung der Unternehmen definierten 60 Regeln stark, die diesen Standard schaffen sollen.
Ziel der Unternehmen ist dabei vor allem eine Forcierung des seit Jahren keimenden, aber kaum austreibenden Marktes: Nach wie vor ist es nur eine Minderheit der Besitzer Internet-fähiger Handys, die tatsächlich entsprechende Web-Angebote nutzen. Den Grund dafür sieht die so prominent und mächtig besetzte Arbeitsgruppe vor allem in den üblichen Inkompatibilitäten: "Die Mehrzahl" der für Handys veröffentlichten Webseiten funktionierten nicht richtig oder nur im Kontext bestimmter Angebote für bestimmte Geräte und Browser.
Pat/AFP/rtr