Schnittstellen: Gmail-Software für Handys - DER SPIEGEL
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Schnittstellen Gmail-Software für Handys

Der Suchmaschinenkonzern Google versucht erstmals, den Nutzermassen jenseits der Blackberry-Gemeinde die mobile E-Mail-Nutzung schmackhaft zu machen: Gewohnte Oberflächen, relativ hohe Modell-Kompatibilität und vor allem Geschwindigkeits-Zaubertricks sind der Speck, mit dem man Nutzer fangen will.
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Suchmaschinen-Primus Google hat sich jetzt auch noch auf die Fahne geschrieben, die E-Mail-Lücke zwischen der gängigen, aber stationären Nutzung am Rechner und der mobilen, aber in der Regel langsamen und umständlichen Nutzung am Handy zu schließen. Dazu wurde eine Handy-Software vorgestellt, die auf gängigen Modellen mit Java-Unterstützung läuft, die, gewohnt kostenlos, über die Adresse gmail.com/app im mobilen, beziehungsweise WAP-Browser zum Download zur Verfügung steht.

Google listet zudem mehr als 300 kompatible Geräte auf. Die aktuelle, englischsprachige Version der Software kann weltweit genutzt werden, wird aber zunächst nur in den USA volle Funktionalität und Support bieten. Die großen US-Mobilnetzbetreiber bieten die Software ihren Kunden auch aktiv an. Versionen in anderen Sprachen und entsprechender Support wurden unterdessen ohne fixes Datum ankündigt.

Alles wie immer, nur woanders

"Weil es ein Programm ist und nicht im Browser läuft, sieht es aus wie Gmail in der Desktop-Version, und es fühlt sich auch so an,", erklärte Gmail-Produktmanager Tony Hsieh bei der Vorstellung des Programms.

Damit sollen offensichtlich auch weniger experimentierfreudige Nutzer zur Handy-Applikation gelockt werden, denn die Funktionalität bleibt die gewohnte: Mailen, Archive durchsuchen und - in diesem Fall Handy-Display-gerecht aufbereitete - Attachments betrachten.

Schnell, manchmal auch teuer

Dabei soll mobiles Gmail mit dem Programm deutlich schneller sein als im Browser, bis auf ein Fünftel reduzierte Lade- und Reaktionszeiten sollen erreicht werden, was den allseits mit Ehrfurcht gelobten Google-Entwicklungs-Kapazitäten auch prinzipiell zuzutrauen ist.

Ein Teil dieses Tempo-Gewinns geht allerdings auf Kosten der Strategie des vorsorglichen Ladens von Daten, die in den nächsten Schritten gebraucht werden könnten - das Prinzip ist schon von Google Earth her bekannt. Ohne Daten-Flatrate am Handy ist diese Art des Zeitgewinns allerdings schnell unverschämt teuer.

Für Viele ist das Mobilangebot aber ohnehin nicht erreichbar: Wer noch keinen Gmail-Account hat, bekommt nur auf Einladung eines Account-Besitzers einen. Man kann sich zwar eine Einladung auf sein Handy schicken lassen - aber nur in einigen wenigen Ländern. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind nicht dabei.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

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