Australien Polizei ermahnt Betreiber offener W-Lans
Brisbane in Queensland: Polizei sucht ungesicherte Funknetze
Foto: Bradley Kanaris/ Getty ImagesBrisbane - Die australische Polizei greift zu Hacker-Methoden: Im Bundesstaat Queensland sollen die Ordnungshüter bei Patrouillenfahrten mit Notebooks ungesicherte W-Lan-Netze aufspüren. Im Jargon nennt sich dieses Vorgehen "Wardriving". Doch die Polizisten sollen die aufgespürten Internet-Zugänge nicht zu illegalen Zwecken oder kostenlosem Surfvergnügen nutzen, sondern um die Betreiber zu warnen.
"Ungeschützte und ungesicherte drahtlose Netzwerke können leicht infiltriert und gehackt werden", erklärte die Polizei. "Kriminelle können dann die Verbindung entweder übernehmen und Online-Betrug verüben oder persönliche Daten des Besitzers entwenden." Deswegen sollen die Verantwortlichen ermittelt und angeschrieben werden. Die Polizei will, dass sie ihren Netzzugang verschlüsseln.
In Brisbane und Umgebung sollen bereits etliche Privatpersonen und Unternehmen mit ungenügend oder gar nicht gesichertem W-Lan identifiziert worden sein.
Eine polizeiliche Ermahnung gibt es auch dann, wenn zur Absicherung eines W-Lan-Netzes der veraltete Verschlüsselungsstandard WEP statt der aktuellen WPA- oder WPA2-Technik verwendet wird. "Eine WEP-Verschlüsselung zu haben, das ist so, als ob man eine Tür mit Fliegengitter als einzige Sicherung für das Haus verwendet", erklärte Polizeichef Brian Hay.
In Deutschland haften die Kunden von Internetprovidern für das, was über ihren Anschluss geschieht. Der Bundesgerichtshof hatte im Jahr 2010 entschieden, dass dies auch für die Betreiber von ungesicherten W-Lan-Verbindungen gilt - drahtlose Verbindungen sollten deswegen per Passwort geschützt werden. Sonst droht nicht Post von der Polizei - sondern womöglich vom Abmahn-Anwalt.