Defcon Hackerkonferenz lädt US-Agenten aus
Defcon-Logo: Geheimdienst-Mitarbeiter sind 2013 nicht erwünscht
Foto: SPIEGEL ONLINEDie Veranstalter der Defcon haben erstmals in 21 Jahren darum gebeten, dass Vertreter von Regierungsdiensten der Konferenz in Las Vegas fernbleiben. Die Defcon-Organisatoren begründen ihre Entscheidung so: Edward Snowdens Enthüllungen der US-Spähprogramme Prism und Tempora hätten dafür gesorgt, dass ein Teil der Gemeinschaft sich bei der Anwesenheit von Behördenvertretern unwohl fühlen könnte. "Es wäre das Beste für alle Beteiligten, wenn die Regierung eine Auszeit nehmen würde und dieses Jahr nicht an der Defcon teilnimmt", schreibt Defcon-Gründer Jeff Moss .
Verspielt und verwirrend: Die Hacker-Konferenz Defcon
Etwa 15.000 Hacker, Forscher, Sicherheitsexperten, Datenschützer und Künstler werden auf der Konferenz Anfang August in Las Vegas erwartet. Moss, der auch als Berater für Cyber-Sicherheit beim Heimatschutzministerium tätig ist, gab zu, dass es "eine harte Entscheidung war". Er glaube aber, die Defcon-Gemeinschaft brauche Zeit, um sich über Konsequenzen aus den Enthüllungen zu US-Überwachungsprogrammen zu verständigen. "Die Gemeinschaft verdaut gerade Dinge, für die Regierungsvertreter 20 Jahre Zeit hatten, um sie zu verstehen und zu verarbeiten", sagte Moss, auch bekannt unter seinem Hackernamen The Dark Tangent. Er betonte, dass die Entscheidung nicht Spannungen erzeugen, sondern sie entschärfen soll. "Wir werden keine Hexenjagd veranstalteten, Ausweise prüfen und Leute rausschmeißen."
Defcon 2012: NSA-Direktor leugnet Spähprogramme
In früheren Jahren hat die Konferenz Vertreter der Bundesbehörden angezogen, darunter CIA, NSA, FBI, Secret Service und das Militär. Im vergangenen Jahr war U.S.-Army-General Keith Alexander, Direktor der NSA, ein Hauptredner auf der weltgrößten Hackerkonferenz. Die Zuschauer verhielten sich damals respektvoll, applaudierten und fragten Alexander sogar nach geheimen Ausspähprogrammen. Der leugnete, dass die NSA Dossiers von Millionen von Amerikanern besäße, wie ehemalige Mitarbeiter noch vor dem Fall Snowden andeuteten. Als "absoluten Unsinn" bezeichnete Alexander diesen Verdacht damals.
Auf bisherigen Konferenzen waren Regierungsvertreter immer willkommen. So lud Moss sie bereits beim ersten Jahr der Defcon ein, weil er davon ausging, dass sie ohnehin auftauchen würden.