Internetzugänge: Deutschland, einig Breitbandland - DER SPIEGEL
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Internetzugänge Deutschland, einig Breitbandland

Die Bundesnetzagentur gibt sich zufrieden: Immer mehr Deutsche nutzen immer schnellere Internetanschlüsse, egal ob unterwegs per UMTS oder zu Hause per DSL. Wettbewerb sei dafür wichtig, doch zu viel Regulierung könnte den Trend abbremsen, warnt die Monopolkommission.
Breitbandkabel: Deutschland surft immer schneller
Breitbandkabel: Deutschland surft immer schneller

Breitbandkabel: Deutschland surft immer schneller

Foto: Daniel Roland/ AP
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Mobile Datenübertragung entwickelt sich nach Einschätzung der Bundesnetzagentur zum Wachstumstreiber der Telekommunikationsbranche in Deutschland. Die Anzahl der regelmäßigen UMTS-Nutzer hat sich von 2005 bis 2008 fast versechsfacht, das Übertragene Datenvolumen stieg im selben Zeitraum um mehr als das 50fache, wie Behörden-Präsident Matthias Kurth am Montag bei der Vorstellung des Tätigkeitsberichts Telekommunikation erklärte. "Das ist schon eine wahre Explosion", betonte er.

Für 2009 werde nochmals mit einem starken Anstieg des Datenvolumens gerechnet. Grund für die immer stärkere Nutzung seien Preissenkungen, aber auch der massive Ausbau der UMTS-Netze und die gestiegene Anzahl passender Endgeräte.

Auf der Überholspur befinden sich laut Bundesnetzagentur auch die Zuwachsraten bei den schnellen Internetanschlüssen. 60 Prozent aller deutschen Haushalte nutzen inzwischen einen Breitbandanschluss, sagte Kurth. Der europäische Durchschnitt liege nur bei 25 Prozent. "Wir haben inzwischen alle großen Flächenländer wie Frankreich, England, Spanien und Italien beim Breitbandwachstum überholt", erklärte er. Nur kleinere Mitgliedsländer wie Luxemburg oder Dänemark könnten pro Kopf noch mehr Breitbandanschlüsse vorweisen.

Sättigungsgrenze nähert sich

Langsam nähere sich allerdings auch in Deutschland die Sättigungsgrenze, erklärte Kurth. Im Jahr 2008 wurden den Angaben zufolge drei Millionen neue Breitbandanschlüsse vermarktet. Dies seien 1,6 Millionen Neuschaltungen weniger als noch im Jahr zuvor. Für 2009 sei mit einem ähnlichen Zuwachs zu rechnen. Ende des ersten Halbjahres 2009 gab es laut Kurth insgesamt 24,1 Millionen Breitbandanschlüsse, darunter vorwiegend DSL-Kunden.

Belebt wird der Wettbewerb auf dem Breitbandmarkt aber zunehmend durch die Betreiber der TV-Kabelnetze: Die Zahl der Breitbandanschlüsse via TV-Kabel könnte demnach bis Jahresende auf insgesamt 2,4 Millionen steigen. "Hier besteht noch ein großes Aufholpotential", sagte Kurth. Theoretisch könnten rund 24 Millionen Kabel-Haushalte bei einem günstigen Preis-Leistungsverhältnis Internetzugänge und Internettelefonie über die TV-Kabelinfrastruktur nutzen, erklärte er.

"Erfreuliche Tendenzen" stellte die Regulierungsbehörde ebenfalls auf dem Mobilfunkmarkt fest. Die Preise seien in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Die großen Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone bekommen zunehmend Konkurrenz durch die beiden kleineren Mitbewerber E-Plus und O2. Sie steigerten ihren Marktanteil - gemessen an der Kundenzahl - der Bundesnetzagentur zufolge seit 2002 von rund 20 auf über 30 Prozent.

Discounter mischen mit

Beim Verkauf von Prepaid-Mobilfunkkarten mischen die Discounter immer deutlicher mit. Ende des ersten Quartals 2009 seien mehr als 20 Millionen Kunden von Discountanbietern gezählt worden - zwei Jahre zuvor waren es noch zwölf Millionen.

Die Monopolkommission begrüßte den voranschreitenden Wettbewerb auf dem Telekommunikationsmarkt, warnte aber vor einer zu starken Mobilfunkregulierung in der Europäischen Union. Die geplante weitere Absenkung der grenzüberschreitenden Tarife für Mobilfunkgespräche (Roaming) erscheine aus Sicht der Verbraucher zwar kurzfristig positiv. Diese Maßnahmen könnten die Leistungsfähigkeit insbesondere der kleineren Mobilfunknetzbetreiber aber übersteigen, erklärte der Vorsitzende der Monopolkommission, Justus Haucamp.

mak/AP

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