Iran: Mullah-Regime sperrt Messaging-Dienst Telegram - DER SPIEGEL
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Internetkontrolle Iran sperrt Messaging-Dienst Telegram

Irans Justizministerium verbietet den Messenger Telegram, betroffen sind potenziell rund 40 Millionen Nutzer der Chat-App. Parallel dazu gingen in Russland 12.000 Menschen für den Dienst auf die Straße.
Smartphone-Nutzer in Teheran (Archivbild)
Smartphone-Nutzer in Teheran (Archivbild)

Smartphone-Nutzer in Teheran (Archivbild)

Foto: Vahid Salemi/ AP
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In einem ersten Schritt untersagte Irans Regierung ihren Staatsbediensteten, den Messenger-Dienst Telegram zu benutzen. Jetzt soll die App in Iran komplett verboten werden, meldet ein staatlicher Fernsehsender.

Wegen "zahlreicher Beschwerden" gegen Telegram durch iranische Bürger und "auf Verlangen der Sicherheitsbehörden" habe sich das Justizministerium entschieden, die "illegalen Aktivitäten" von Telegram zu beenden, hieß es. Umsetzen sollen die Sperre die Internet-Provider des Landes.

Telegram wird in Iran Schätzungen zufolge 40 Millionen Menschen verwendet. Viele Menschen nutzen das Internet wegen staatlicher Repression des Mullah-Regimes über VPN-Zugänge, die vorgaukeln, ihr Rechner befinde sich nicht in Iran. Irans Regierung verhindert im Land den Zugriff auf viele Inhalte des Internets.

Tausende bei Pro-Telegram-Demo in Moskau

Telegram ist eine Chat-App, vergleichbar mit Diensten wie WhatsApp oder Facebooks Messenger, und eine globale russische Erfolgsgeschichte. Weltweit nutzen rund 200 Millionen Menschen das Programm.

Telegram-Protest in Moskau

Telegram-Protest in Moskau

Foto: TATYANA MAKEYEVA/ REUTERS

Einige Regierungen, auch die in Moskau, sehen Telegram mittlerweile aber als Problem. Mitte April kam es in Russland zu einer gerichtlich angeordneten Blockade des Dienstes, die jedoch auf dem Papier dramatischer wirkt als in der Praxis. Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor war zumindest in den ersten Tagen nicht in der Lage, Telegram tatsächlich abzuschalten.

Telegram-Protest in Moskau

Telegram-Protest in Moskau

Foto: TATYANA MAKEYEVA/ REUTERS

Am Montag protestierten in der russischen Hauptstadt rund 12.000 Menschen gegen die Blockade des Dienstes, sie warfen Papierflieger und skandierten Slogans gegen Staatspräsident Wladimir Putin und die Internetzensur im Land. Telegram-Gründer Pavel Durov erklärte, er sei begeistert von den Protesten. "Ich bin stolz im gleichen Land wie ihr geboren zu sein", sagte Durov. "Eure Energie verändert die Welt."

cht/Reuters/AP