Vor Treffen von Trump und Xi Jinping USA schlagen China Meldemechanismus für KI-Notfälle vor
US-Finanzminister Scott Bessent und der chinesische Vizeministerpräsident He Lifeng: Am Sonntag sprachen sie über KI-Risiken
Foto:Bai Xueqi / XinHua / dpa
Kurz vor dem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jinping haben in New York hochrangige Vertreter beider Länder über KI-Sicherheit gesprochen. An dem Treffen am Sonntag nahmen unter anderem US-Finanzminister Scott Bessent, der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer sowie der chinesische Vizeministerpräsident He Lifeng teil.
Im Mittelpunkt der Zusammenkunft standen mögliche Vereinbarungen zu künstlicher Intelligenz (KI), Zöllen und kritischen Mineralien, die bei der am Donnerstag in Washington geplanten Zusammenkunft der Staatschefs getroffen werden sollen.
Finanzminister Bessent erklärte im Anschluss, die USA hätten China einen neuen Meldemechanismus für KI-Vorfälle vorgeschlagen, die die nationale Sicherheit beeinträchtigen könnten. Man wünsche sich beim Thema Ziele und Bedrohungen eine »gemeinsame Vision«, so Bessent. Es sei sehr wichtig, dass sich die Situation »zwischen der Nummer eins und der Nummer zwei der KI-Mächte weltweit« von Undurchsichtigkeit hin zu mehr Transparenz entwickele.
Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, Bessent und He Lifeng hätten über Themen »im Zusammenhang mit KI« gesprochen, nannte aber keine Einzelheiten. Die Rede war jedoch von »offenherzigen, ausführlichen und konstruktiven« Gesprächen über wichtige Wirtschafts- und Handelsfragen.
Ein Treffen als gutes Zeichen
»Die Tatsache, dass sich beide Seiten darauf geeinigt haben, den Dialog fortzusetzen, ist von großer Bedeutung«, erklärte George Chen, ein Digitalexperte der Beratungsfirma The Asia Group. Er schätzt, dass es bei künftigen Treffen auch um Themen wie die militärische Nutzung von KI, Grundsätze für die KI-Sicherheit, den Schutz kritischer Infrastrukturen und die Prävention von Cyberangriffen gehen dürfte.
Trotz solcher optimistischen Äußerungen bleibt abzuwarten, auf was und wie viel sich die USA und China am Ende wirklich einigen können. Denn im Bereich KI-Entwicklung stehen beide Länder in direkter Konkurrenz und warnen davor, dass es gefährlich wäre, wenn die jeweils andere Seite sehr leistungsfähige KI entwickle, während man die Firmen im eigenen Land durch zu starke Regulierung ausbremse.
Donald Trump hat wiederholt erklärt: »Wer bei der KI gewinnt, gewinnt.« Der US-Präsident scheint es für essenziell zu halten, dass die USA ihren technologischen Vorsprung gegenüber China bewahren. Peking wiederum hat den USA unter anderem schon vorgeworfen, ein KI-Monopol anzustreben, da sie Chinas Wachstum im Bereich KI bremsen würden, etwa durchs Einschränken des Zugangs zu den weltweit fortschrittlichsten Chips.
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Es gibt gemeinsame Interessen
»Es wäre ein Fehler, die gesamte Sicherheitsdebatte als geopolitischen Wettbewerb abzutun«, betont aber Sun Chenghao, Senior Fellow am Center for International Security and Strategy (CISS) der Tsinghua-Universität in Peking. China widme den Risiken eines KI-Kontrollverlusts, einer böswilligen Nutzung von KI, Cyberbedrohungen und der Sicherheit von KI-Agenten zunehmend mehr Aufmerksamkeit. Gerade beim Thema KI-Risiken gebe es »nach wie vor bedeutenden Spielraum für eine Zusammenarbeit«.
Informationen von Bloomberg zufolge findet im Rahmen des Treffens von Trump und Xi Jinping auch ein Staatsbankett statt. Auf dessen Gästeliste stehen laut dem Wirtschaftsnachrichtendienst unter anderem Microsoft-Chef Satya Nadella, Apples Executive Chairman Tim Cook, Nvidia-Chef Jensen Huang und OpenAI-Chef Sam Altman.