50 Millionen Dollar WhatsApp-Mitgründer investiert in die Zukunft von Signal
Chat-App Signal
Foto: Open Whisper SystemsBrian Acton, ein Mitgründer von WhatsApp, steckt 50 Millionen Dollar in Technologie für verschlüsselte Kommunikation, in Form einer gemeinnützigen Organisation. Laut einem erklärenden Blogpost widmet sich die neu gegründete Signal-Stiftung vor allem der Weiterentwicklung des für sichere Chats bekannten Messengers Signal.
Signal ist längst nicht so populär wie WhatsApp oder der Facebook Messenger. Der kostenlose und auf Privatsphäre fokussierte Dienste hat jedoch einen guten Ruf und prominente Fürsprecher, darunter US-Whistleblower Edward Snowden. Das Signal zugrunde liegende Protokoll hilft unter anderem dabei, die Chats von WhatsApp abzusichern.
Im Blogpost kündigt Brian Acton an, dass er als Vorsitzender der Signal-Stiftung auch eine aktive Rolle bei der Produktentwicklung und im Tagesgeschäft übernehmen will. "Nach mehr als 20 Jahren Arbeit für einige der größten Tech-Firmen der Welt könnte ich mich über nichts mehr freuen als über die Chance, eine Organisation an der Schnittstelle von Technologie und Non-Profit-Welt aufzubauen", schreibt Acton.
Ein kleines Team im Hintergrund
Die treibende Kraft hinter Signal ist ein Programmierer, der sich Moxie Marlinspike nennen lässt. Dem Blogpost zufolge bleibt er an der Spitze von Signal.
Actons Finanzspritze ist die erste bedeutende Investition in das Projekt Signal, das bisher mit kleinen Beträgen auskam und auf Geld von Risikoinvestoren verzichtete.
Laut Marlinspike, den Acton 2013 kennenlernte, bestand das Signal-Team nie aus mehr als sieben Personen. Zudem soll die App im Schnitt kaum mehr als zwei Vollzeit-Entwickler gehabt haben. Nun jedoch hofft Marlinspike, sein Team ausbauen zu können.
Brian Acton betont, die Aufgabe der neuen Signal-Stiftung bestehe darin, Technologie auf Open-Source-Basis zu entwickeln, "die die freie Meinungsäußerung schützt und eine sichere globale Kommunikation ermöglicht". Langfristig sei es das Ziel, dass sich die Stiftung finanziell selbst trägt.
Acton hatte WhatsApp und dessen Mutterfirma Facebook vergangenen Herbst verlassen, während der zweite WhatsApp-Mitgründer Jan Koum den Dienst weiterführt. Der Verkauf von WhatsApp hatte Acton und Koum 2014 reich gemacht: Facebook zahlte für die Chat-App rund 22 Milliarden Dollar.