Netzwelt-Ticker Twitter bunter, Google+ voller, Microsoft wird untersucht
Twitter-App im neuen Design: Größere Bilder, weniger textlastig
Foto: SPIEGEL ONLINETwitter wird bunter. Mit den am Mittwoch veröffentlichten Updates seiner Apps für iOS und Android verabschiedet sich das soziale Netzwerk von der spartanischen Nur-Text-Optik seiner Mobil-Apps. Wer mag, kann seine Profilseite jetzt beispielsweise mit einem großen Hintergrundbild aus dem eigenen Bestand garnieren. Außerdem wurde eine Bilderleiste eingeführt, in der alle Fotos, die man auf Twitter hochgeladen hat, anklickbar aufgeführt werden.
Mit dieser Änderung zeige Twitter vor allem eines, so Fastcodesign : wie sehr die Twitter-Verantwortlichen das Potential eines Profils bisher vernachlässigt hätten. Denn bislang habe es sich bei ihnen um nicht viel mehr als eine knappe Zusammenfassung der Kontakte gehandelt. Von einer tiefergehenden Darstellung der jeweiligen Lebensgeschichte wie bei Facebook sei dieses Modell weit entfernt gewesen. Mit der Einführung des erweiterten Profilbildes würde Twitter außerdem auf die steigende Bedeutung von Fotos im Netz reagieren, die Reduktion auf dürre 140 Zeichen Text sei passé . Oder, wie Twitter es selbst ausdrückt: "Weil es mehr zu zeigen gibt."
Nur jeder vierte Nutzer von Google+ aktiv
Google-Manager Vic Gundotra verkündete am Dienstag, das soziale Netzwerk Google+ habe jetzt 400 Millionen registrierte Mitglieder. Einen derartigen Erfolg habe sich bei der Einführung des Angebots vor zwölf Monaten niemand vorstellen können .
Wie weit der US-Konzern damit noch von Facebook entfernt ist, zeigt eine andere Zahl, die Gundotra meldete: Von den 400 Millionen genannten Mitgliedern seien hundert Millionen aktiv, würden sich also mindestens einmal im Monat in das Netzwerk einloggen. Ein Wert, der gegen Facebooks zuletzt gemeldete 955 Millionen monatlich aktive Nutzer stark abfällt.
Zudem spricht Gundotra selbst von "Upgrades". Was im Klartext bedeutet, dass es sich bei den Google+-Neulingen vielfach um Nutzer von anderen Google-Angeboten wie YouTube, Gmail oder Blogger handelt. So ganz stimmig scheinen die Nutzerzahlen nicht zu sein. In einem Kommentar zu Gundotras Mitteilung wird auf die Zahlen verwiesen, während der Entwicklerkonferenz I/O im Sommer genannt wurden. Da sei habe Gundotra noch von 150 Millionen monatlichen Nutzern gesprochen.
EU wegen Browser-Wahl vor Klage gegen Microsoft
Microsoft hat mit seinem Internet Explorer (IE) nicht nur Scherereien wegen gefährlicher Sicherheitslücken, dem Konzern steht auch Ärger mit den Brüsseler Kartellwächtern ins Haus. Die EU-Wettbewerbsbehörde stößt sich an der Windows-Voreinstellung für den hauseigenen IE, die den Nutzern keine freie Browser-Wahl gewährt. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg aufgrund von Insiderberichten meldet, ist die EU-Behörde dabei, eine Kartellklage vorzubereiten .
Microsoft habe sich gegen die im Juli vom Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia erhobenen Vorwürfe mit der Erklärung zur Wehr gesetzt, der eigentlich vereinbarte Auswahlbildschirm sei wegen eines technischen Fehlers nicht erschienen. Almunia hatte seinerzeit eine Untersuchung eingeleitet. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, müsste Microsoft mit einem Bußgeld rechnen. Da kämen dann zu der schon jetzt beachtlichen Summe von 1,68 Milliarden Euro hinzu, die bereits wegen Kartellverstößen fällig wurden.
Auch das noch:
- Die Kritik am Meldegesetz reißt nicht ab. Meldedaten als Rohstoff für Adresshändler, das hatte den Zorn von Datenschützern erregt. Das entsprechende Gesetz werde nachgebessert, versprach die Regierung. Nun liegt der revidierte Entwurf vor, der noch immer keine Vorabbestätigung durch die Bürger vorsieht. Entsprechend harsch die Reaktionen. Der Gesetzgeber sei noch immer im "Würgegriff der Lobbyisten" , schreibt IT-Fachanwalt Thomas Stadler. Die Meldegesetze dürften nicht länger "eine Goldgrube für Adresshändler und Unternehmen" sein, berichtet tagesschau.de.
- Kabel Deutschland (KDG) untersagt die Visualisierung der Verfügbarkeit seiner Produkte. Eigentlich müssten sich die Verantwortlichen des Kabelanbieters über das von einem Fan erstellte Online-Angebot freuen, das anschaulich macht, wo KDG-Produkte zu haben sind. Stattdessen untersagt das Unternehmen dem Entwickler des Visualisierungsdienstes die Nutzung seiner Daten. Nun schreibt der Programmierer einen offenen Brief an das Kabel Deutschland , damit seine Arbeit nicht für die Katz war.