Australien: OpenAI entschuldigt sich für Hack von Regierungswebsites durch KI-Agent - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Vorfall im Juni OpenAI entschuldigt sich für Hack australischer Regierungswebsites durch KI-Agent

Mehrere Tage nachdem Australien öffentlich gemacht hat, dass ein KI-Agent von OpenAI sich unbefugt Zugriff auf Behördendaten verschafft hat, hat das Unternehmen den Vorfall erklärt – und Fehler eingeräumt.
OpenAI: KI-Agent hackte eigenständig staatliche ⁠Internetseiten Australiens
OpenAI: KI-Agent hackte eigenständig staatliche ⁠Internetseiten Australiens

OpenAI: KI-Agent hackte eigenständig staatliche ⁠Internetseiten Australiens

Foto: Omar Marques / SOPA Images / IMAGO

»Es tut uns leid, und wir arbeiten daran, es in Zukunft besser zu machen«: OpenAI hat sich nach dem Hackerangriff eines seiner KI-Programme auf australische Regierungswebsites entschuldigt. In einem Blogeintrag  schrieb das Unternehmen, es werde darlegen, »was wir wissen, was wir geändert haben und was wir unternehmen werden, um das Vertrauen der australischen Bevölkerung wiederherzustellen.«

Ein KI-Programm von OpenAI hatte sich eigenständig Zugriff auf mehrere australische Regierungswebseites verschafft. Der auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Agent griff nach Angaben von Australiens Premierminister Anthony Albanese auf öffentliche und nicht öffentliche Dateien der für Gesundheit zuständigen Statistikbehörde zu. Albanese nannte den Vorfall »inakzeptabel« und sagte, er habe gegenüber OpenAI-Chef Sam Altman »extreme Besorgnis« ‌geäußert.

Obwohl sich der Vorfall bereits im Juni ereignete, machte OpenAI die australische Regierung laut Albanese erst am 10. September darauf aufmerksam – und zwar in einer E-Mail an ein allgemeines Postfach, das nur einmal am Tag überprüft wird.

Dazu räumte das Unternehmen nun ein, es hätte erste Erkenntnisse »früher« an australische Behörden weitergeben sollen«. Demnach habe OpenAI den Vorfall erst »Mitte August« entdeckt. »Unser Ziel war es, den betroffenen Behörden einen detaillierten Bericht vorzulegen, sobald unsere Untersuchung abgeschlossen war«, hieß es in dem Blog weiter. OpenAI schrieb, es hätte »die australischen Behörden auf dem Laufenden halten sollen, während weitere Fakten bekannt wurden«.

Insgesamt wurden vier Plattformen der australischen Regierung von der KI ins Visier genommen, darunter Services Australia, die Website für Sozialleistungen, aus der das Modell nicht öffentliche Informationen abzog. Laut dem Unternehmen hatte die KI in keinem der vier Fälle Zugriff auf personenbezogene Daten.

Australien zitiert Chefs von OpenAI und Anthropic vor Ausschuss

Australien hat Altman und ‌Anthropic-Chef Dario Amodei für Donnerstag vor einen Untersuchungsausschuss des Senats in Canberra geladen. »Es gibt ernste Fragen, die Sam Altman zum Hack von Regierungswebseiten durch OpenAI beantworten muss«, sagte die Ausschussvorsitzende, Senatorin Sarah Hanson-Young von den australischen Grünen, am Sonntag in einer Mitteilung. Altman und Amodei müssten sich »den ⁠Fragen des Senats ⁠stellen und ein ehrliches Gespräch darüber führen, wie eine wirksame, dauerhafte Regulierung dieser Branche aussehen sollte«, betonte Hanson-Young.

Mehr zum Thema

Auf die Ladung ging OpenAI in seinem Blogbeitrag nicht ein, gab aber bekannt, dass Strategiechef Jason Kwon am 6. Oktober in Sydney zu einem Sonderausschuss für künstliche Intelligenz erscheinen und sich Fragen stellen werde.

In diesem Herbst entscheidet sich womöglich, ob wir KI-Supermaschinen dauerhaft kontrollieren werden. Selbst Unternehmensbosse rufen nach mehr Regeln. Doch Donald Trump und Xi Jinping verfolgen eigene Ziele. Mehr dazu erfahren Sie hier in dieser SPIEGEL-Titelstory.

kim/AFP/Reuters