Ransomware: Cyberbedrohungslage in der EU hat sich offenbar verschärft - DER SPIEGEL
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Analyse der EU-Behörde Erpresser-Software wird zum europäischen Sicherheitsproblem

Sogenannte Ransomware legte kürzlich den BER und andere Flughäfen lahm. Laut der EU-Agentur ENISA sind die Attacken Bestandteil eines Trends: Die kriminellen Banden werden immer gefährlicher – auch dank KI.
Hacker vor Bildschirmen (Symbolbild)
Hacker vor Bildschirmen (Symbolbild)

Hacker vor Bildschirmen (Symbolbild)

Foto: Sutthichai Supapornpasupad / Moment / Getty Images

Die digitale Infrastruktur Europas ist zunehmend gefährdet. Das geht aus dem aktuellen Bericht  der EU-Agentur für Cybersicherheit (ENISA) hervor. Insbesondere Ransomware-Angriffe gelten laut Analyse als gefährliche Bedrohung für die Europäische Union.

Ransomware hat in den vergangenen Monaten erhebliche Schäden verursacht. Zu den jüngsten Opfern von Ransomware gehören mehrere europäische Flughäfen, darunter der Berliner Flughafen BER und London Heathrow. Die Angriffe führten zu massiven IT-Störungen und in der Folge zu Verspätungen und Flugausfällen. Lesen Sie mehr dazu hier.

Die Schadsoftware verschlüsselt Daten oder ganze Systeme und gibt sie erst nach Zahlung eines Lösegelds wieder frei. Häufig gelingt es den Betroffenen nicht, ihre Systeme aus Back-ups wiederherzustellen – die finanziellen und operativen Schäden sind entsprechend hoch.

Ganze Lieferketten lahmgelegt

ENISA-Direktor Juhan Lepassaar warnt: »Die zunehmende Abhängigkeit von digitalen Systemen führt dazu, dass sich Störungen über gesamte Lieferketten hinweg auswirken können.«

Obwohl Ransomware-Angriffe die gravierendsten Auswirkungen haben, dominieren sogenannte DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) zahlenmäßig. Laut ENISA machten sie 77 Prozent der gemeldeten Vorfälle aus. Bei diesen Angriffen werden Server mit massiven Datenanfragen überflutet, bis sie zusammenbrechen. Die Schäden fallen hier oft geringer aus, da die Systeme nach einer solchen Attacke ihren Dienst meist wieder aufnehmen können.

Besonders häufig geraten öffentliche Verwaltungen ins Visier von Cyberangriffen: Mit einem Anteil von 38,2 Prozent zählen sie zu den am stärksten betroffenen Bereichen. Ziel sind insbesondere diplomatische und staatliche Einrichtungen.

Eine weitere besorgniserregende Entwicklung ist der verstärkte Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) bei Cyberangriffen. Laut ENISA sind inzwischen über 80 Prozent der global beobachteten Social-Engineering-Aktivitäten KI-gestützt. Täuschend echte, KI-generierte »Boss-Mails« sollen Mitarbeitende dazu bringen, hohe Geldbeträge an die Angreifer zu überweisen.

luc/dpa