US-Softwarekonzern Russische Gruppe hackt Microsoft
Microsoft-Zentrale in Redmond: Der Hackerangriff ist laut dem Unternehmen nicht auf Schwachstellen in seinen Produkten oder Diensten zurückzuführen
Foto: Matt Mills McKnight / REUTERSMicrosoft ist laut eigenen Angaben von einer russischen, staatlich gesponserten Gruppe gehackt worden. »Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass der Bedrohungsakteur Zugang zu Kundenumgebungen, Produktionssystemen, Quellcode oder KI-Systemen hatte«, gab das Unternehmen am Freitag (Ortszeit) bekannt.
Microsofts Bedrohungsforschungsteam untersucht routinemäßig nationalstaatliche Hacker wie den russischen Midnight Blizzard, der mit dem Angriff in Verbindung gebracht wird. Am 12. Januar sei die Gruppe in die Systeme des Unternehmens eingedrungen. Sie war in der Lage, auf einen »sehr kleinen Prozentsatz« der E-Mail-Konten von Microsoft-Mitarbeitern zuzugreifen, darunter Mitglieder des Führungsteams und Mitarbeiter aus den Bereichen Cybersicherheit, Recht und anderen Funktionen, so das Unternehmen. Der Konzern machte keine Angaben dazu, wer aus der Konzernführung betroffen ist.
»Dieser Angriff unterstreicht das anhaltende Risiko«
Microsoft teilte mit, dass es den Vorfall untersuche und die böswilligen Aktivitäten unterbrochen habe, indem es den Zugang des Bedrohungsakteurs zu seinen Systemen blockierte. »Dieser Angriff unterstreicht das anhaltende Risiko, das für alle Organisationen durch gut ausgestattete nationalstaatliche Bedrohungsakteure wie Midnight Blizzard besteht«, so das Unternehmen.
Der Angriff sei nicht auf eine Schwachstelle in seinen Produkten oder Diensten zurückzuführen. Midnight Blizzard wird von Cybersecurity-Forschern auch als APT29 oder Cozy Bear bezeichnet und steht nach Angaben von US-Behörden in Verbindung mit dem russischen Spionagedienst SVR. Die Hackergruppe ist vor allem für ihr Eindringen in das amerikanische »Democratic National Committee« im Jahr 2016 bekannt.
Software von Microsoft wird in vielen Unternehmen und Behörden überall auf der Welt eingesetzt. Damit könnte der Hack – je nach Relevanz der erbeuteten Informationen – weitreichende Folgen haben. Bei einer der schwerwiegendsten Cyberattacken mutmaßlich russischer Hacker war vor einigen Jahren Wartungssoftware der Firma Solarwinds infiziert worden. Über sie verschafften sich die Angreifer dann Zugang in die Systeme Dutzender Firmen und Behörden.
Die russische Botschaft in Washington und das Außenministerium reagierten zunächst nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme.