»Operation Endgame 2.0« BKA meldet Schlag gegen Cyberkriminelle
»Operation Endgame 2.0«: Ermittler gehen koordiniert gegen Cyberkriminalität vor
Foto: BKAErmittlern ist ein Schlag gegen die weltweite Cyberkriminalität gelungen. Im Laufe dieser Woche seien im Zuge der »Operation Endgame 2.0« die derzeit einflussreichsten Schadsoftware-Varianten vom Netz genommen und die dahinterstehenden Täter identifiziert worden, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) mit .
Von den insgesamt 37 identifizierten Akteuren werden nun 20 mit internationalen Haftbefehlen gesucht. Nach 18 Beschuldigten, mutmaßlichen Mitgliedern der Gruppierungen »Trickbot« und »Qakbot«, fahnden BKA und ZIT öffentlich. Es handele sich in einem Großteil der Fälle um russische Staatsangehörige.
An der international abgestimmten Aktion waren demnach von Montag, 19. Mai, bis Donnerstag, 22. Mai, Strafverfolger in den Niederlanden, Frankreich, Dänemark, Großbritannien, Kanada und den USA beteiligt.
Bei den international koordinierten Maßnahmen der Operation haben die Sicherheitsbehörden in dieser Woche weltweit
Insgesamt 37 Akteure identifiziert,
20 internationale Haftbefehle erlassen,
rund 300 Server dem Zugang der Täter entzogen, davon 50 in Deutschland,
und Kryptowährung (Bitcoin) im Gesamtwert von derzeit umgerechnet 3,5 Millionen Euro sichergestellt.
Zudem konnten rund 650 Domains unschädlich gemacht und damit die technische Infrastruktur der Täter entscheidend geschwächt werden.
Den aktuellen Maßnahmen gingen laut BKA aufwendige Verfahren in den beteiligten Staaten voraus. In Deutschland ermitteln die Behörden demnach unter anderem wegen des Verdachts der banden- und gewerbsmäßigen Erpressung sowie der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung im Ausland.
Laut BKA steht der Gesuchte Vitalii Nikolaevich Kovalev im Verdacht, die Gruppierung hinter der Schadsoftware »Trickbot« gegründet und als Anführer unter den Pseudonymen <stern> und <ben> agiert zu haben. Er soll maßgeblich zur Durchführung globaler Cyberangriffe beigetragen und die Entwicklung sowie den Einsatz der Malware unterstützt haben, um Computersysteme zu infiltrieren und Daten zu stehlen.
Der Schlag war Teil der sogenannten »Operation Endgame«, die im Jahr 2022 von Deutschland initiiert worden war. BKA-Präsident Holger Münch erklärte, Deutschland stehe »im besonderen Fokus von Cyberkriminellen«. Münch lobte weiter: »Mit der Operation Endgame 2.0 haben wir erneut gezeigt: Unsere Strategien wirken – auch im vermeintlich anonymen Darknet.« Der Zugriff im Mai 2024 war bis dahin die größte Operation gegen weltweite Cyberkriminalität.
Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und das Bundeskriminalamt (BKA) arbeiteten bei der Aktion den Angaben zufolge mit Strafverfolgungsbehörden aus den Niederlanden, Frankreich, Dänemark, Großbritannien, Kanada und den USA sowie Europol und Eurojust zusammen.