Angespielt: Blue Dragon - DER SPIEGEL
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Angespielt Blue Dragon

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Nicht alles, was gut klingt, ist auch gut. Bei dem Rollenspiel "Blue Dragon" ist das zum Beispiel so. Hier haben sich drei Namen zusammengetan, bei deren Klang man fast schon ehrfürchtig den Kopf neigen möchte: "Final Fantasy"-Erfinder Hironobu Sakaguchi, sein Hauskomponist Nobuo Uematsu und "Dragonball"-Zeichner Akira Toryiama.

Wer japanische Rollenspiele kennt und mag, wird bereits großartige Zwischensequenzen im Kopf vorbeiziehen lassen, sich fragen, welche Urgewalten hier wieder aufeinandertreffen und sich auf lange Stunden von Scharmützeln gegen bizarrste Monster freuen. Leider findet davon nur wenig statt: Schon das erste Fabelwesen, das im Spiel auftaucht, schafft es, die Luft aus dem Spiel zu nehmen. Es ist ein mechanischer Hai, der sich durch den Sand eines Dorfes pflügt und von ängstlichen Dorfbewohnenern mit Manga-Augen aus sicherer Position betrachtet wird.

Und spätestens, wenn man das erste mal dem lilafarbenen Oberbösen gegenübersteht, ist es ganz vorbei: Das unheimlichste an ihm ist seine irritierende Ähnlichkeit zu Wolfgang Schäuble. Traurig ist es, diesem mit großen Vorschußlorbeeren erschienenen Spiel zu folgen. Zäh zieht es sich dahin, entwickelt über Stunden hinweg keine Dynamik und schafft es zudem, einen Tiefpunkt moderener Spielemusik zu setzen, indem es bei wichtigen Kämpfen Deep-Purple-Sänger Ian Gillan im Dauerloop zu schlimmen Hardrock kreischen lässt.

"Blue Dragon" von Microsoft; für Xbox 360, ca. 60 Euro; USK: Freigegeben ab 12 Jahren

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