Wer sich viel mit Spielen beschäftigt, wird manchmal zum Zyniker. Nicht schon wieder Aliens, kein Zweiter Weltkrieg bitte, und der "Herr der Ringe" ist inzwischen auch ein wenig zu oft verwurstet worden. Mit einem müden Schulterzucken nimmt man die das hin.
Umso schöner, wenn man doch noch begeistert werden kann. Von "Braid" zum Beispiel. Das ist eines dieser seltenen Spiele, die aus heiterem Himmel kommen und verzaubern. "Braid" macht das ganz unauffällig, es schleicht sich langsam an, um den Spieler dann zu fesseln. Es benutzt Jump'n'Run-Elemente, setzt die Zeit als manipulierbares Spielelement ein und baut daraus knackige Rätsel. Die werden am besten gelöst, indem man sich vollkommen auf die Logik des Spieles einlässt. Begleitet wird "Braid" von dezenter Musik, die sich ganz gegen die übliche Aufgeregtheit von Spielesoundtracks stellt und einem in Kombination mit der Zeichengrafik eines sofort klarmacht: "Braid" ist etwas ganz Besonderes, auch weil es eigentlich etwas ganz Einfaches ist.