Cebit 2008: Soundröhren und Mini-Notebooks - DER SPIEGEL
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Cebit 2008 Soundröhren und Mini-Notebooks

Von wegen Profi-Messe. Auch in diesem Jahr zeigen etliche Cebit-Aussteller Produkte, die vor allem für Heimanwender spannend sind. Die ersten Neuheiten wurden bereits auf der Presseveranstaltung Cebit-Preview in Hamburg verraten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In diesem Jahr soll es endlich soweit sein: Das Handy-Fernsehen DVB-H soll in großem Umfang eingeführt werden. Allerdings ging der Zuschlag für den Aufbau eines bundesweiten Handy-TV-Netzes nicht an die Mobilfunkunternehmen, sondern an die Mobile 3.0 GmbH. Und die hat versprochen, jetzt so richtig loszulegen. Mit ARD, ZDF, RTL und Prosieben.Sat1 habe man bereits die wichtigsten Sender im Boot. Passend zur kommenden Fußball-EM wurde das Fußball Bundesliga-Radio kick.fm verpflichtet.

Logisch, dass Vodafone, T-Mobile und Co. enttäuscht sind. Schließlich hätten sie das Mobil-TV gerne selber in ihre Netze integriert. Auf die Frage, wie man auf die Entscheidung zugunsten von Mobile 3.0 reagiere sagte ein T-Mobile-Vertreter nur, dass man diese Entscheidung akzeptiere, mehr nicht. Dass die Netzbetreiber bereits auf der Suche nach Möglichkeiten sind, ihren Kunden Fernsehen aufs Handy zu bringen ohne das künftige Netz von Mobile 3.0 zu nutzen, zeigte Vodafone-Manager Frank Vahldieck.

Nach seinen Angaben wird Vodafone auf der Cebit zeigen, wie man das sogenannte "Überallfernsehen" DVB-T auch auf dem Handy empfangen kann. Als Empfangsgerät soll ein Handy mit Windows-Mobile-Betriebssystem dienen. Noch aber befindet sich das in einem frühen Entwicklungsstadium. Wann ein solches Gerät serienreif werden könnte, mochte Vahldieck noch nicht abschätzen.

Bessere Stauwarner

Für eine andere Neuerung konnte Vodafone dagegen zumindest schon einen ungefähren Starttermin nennen. In Zusammenarbeit mit dem Navi-Hersteller Tomtom soll in der zweiten Jahreshälfte der Verkehrsnachrichtendienst HD-Traffic eingeführt werden. Der soll genauere Stauvorhersagen ermöglichen, indem er in Echtzeit Daten über Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit der ins Vodafone-Netz eingebuchten Handys auswertet. Die so erstellten Stauwarnungen werden dann wiederum per Mobilfunknetz an entsprechende Tomtom-Navigationsgeräte überspielt.

Ob man diesen Service auch mit dem VDA GPS wird nutzen können, ist derzeit allerdings noch offen. Das mit 120 Gramm recht leichte Gerät dient sich in erster Linie beruflichen Anwendern an. Via Windows Mobile E-Mail oder Vodafone E-Mail Connect kann es Push-Mails empfangen. Seine Mini-Tastatur soll dafür sorgen, dass man schnell auf solche Nachrichten antworten kann. Der Datenversand erfolgt per GPRS, auf UMTS oder EDGE muss man verzichten.

Navigation mit allen Extras

Als Reality View Pro bezeichnet Hersteller Navigon seine neue Navi-Darstellungstechnik. Die soll die Kartendarstellung auf Navigationsgeräten beispielsweise mit 3D-Ansichten realistischer machen als es bisher möglich war. Das soll vor allem die Orientierung auf Autobahnkreuzen verbessern. Neu ist auch ein Fahrspurassistent, der nicht nur auf Autobahnen, sondern auch an normalen Kreuzungen hilft, sich frühzeitig richtig einzuordnen.

Verpackt wird das alles bei neuen Navigon 8110 in ein flaches Gehäuse mit einem Rahmen aus gebürstetem Edelstahl. Wie heute üblich verfügt das Gerät neben den reinen Navigationsfunktionen über etliche Extras. Dazu zählt etwa eine integrierte Bluetooth-Freisprecheinrichtung, ein USB-Anschluss, einen Stauwarnungsempfänger sowie einen MP3-Player. Sehr praktisch: über einen eingebauten FM-Transmitter können MP3-Musik und Navigationsansagen drahtlos auf das Autoradio übertragen werden. Mit einem Preis von 500 Euro sicher kein Schnäppchen, dafür aber vollständig ausgestattet.

Konkurrenz für den EeePC

Mit reichlich Verzögerung kommt Ende dieser Woche endlich der günstige Linux-Laptop EeePC in deutsche Läden. Mit einem Preis von 300 Euro bei brauchbarerer Ausstattung eröffnet er ein eigenes Marktsegment. Doch seine Alleinstellung dürfte nur von kurzer Dauer sein. Sein Erfolg - angeblich liegen allein aus Deutschland 300.000 Vorbestellungen vor - zieht etliche Nachahmer an.

Einer davon ist Packard Bell. Deren Easynote XS ist wie der EeePC von Asus mit einem sieben-Zoll-Display ausgerüstet und wiegt weniger als ein Kilogramm. Als Antrieb dient ein 1,2 Gigahertz schneller Via-Prozessor. Im Gegensatz zum EeePC ist es allerdings geradezu üppig mit Speicher ausgestattet. Einem Gigabyte Arbeitsspeicher steht eine 30-Gigabyte-Festplatte zur Seite. W-Lan, Ethernet und USB sind selbstverständlich auch dabei. Als Betriebssystem dient Windows XP Home.

Das bei derart aufgebohrter Ausstattung nicht das Preisniveau des EeePC zu halten ist, scheint logisch. Mit 600 Euro ist das Easynote XS doppelt so teuer wie das Mini-Laptop von Asus.

Röhren-Sound und Klang-Kuben

Sieht man nur das Bild, könnte man meinen, es handele sich um ein Zubehörteil für Auto-Tuner. Doch was aussieht wie die Endrohre eines Doppelauspuffs sind Lautsprecher. Und die sind in der Realität auch viel kleiner als es das Foto glauben macht. Nicht viel größer als eine Getränkedose ist das Bluetooth-Stereo-Soundsystem Twiddle vom Zubehörhersteller Hama. In seinem Inneren befindet sich neben einem kleinen Verstärker ein Bluetooth-Empfänger.

Hat man einen MP3-Player oder ein Musikhandy, das mit dem entsprechenden Bluetooth-Profil A2DP ausgestattet ist, kann man die Musik drahtlos auf den Twiddle übertragen. Alle anderen müssen mit der gewöhnlichen Klinkenbuchse vorlieb nehmen, die ebenfalls eingebaut ist. Die ungewöhnliche Konstruktion der in Chromoptik gehaltenen Lautsprecher, so der Hersteller, soll dazu dienen, "optimale Soundergebnisse" zu erreichen, indem man die Röhren in die gewünschten Richtungen dreht. Rund 90 Euro soll der Röhren-Spaß kosten.

Deutlich billiger und zudem bei weitem kleiner ist dagegen die Dockingstation Cube für Apple iPod shuffle. Für 27 Euro soll das Kästchen über den Tresen gehen, das kaum größer ist als der iPod selbst. Ebenso klein wie das Gerät ist allerdings auch der Sound der aus den beiden integrierten Mini-Lautsprechern kommt. Hier wird eindrucksvoll bewiesen, dass guter Klang eben Volumen braucht. Aber das wussten wir schon vorher.

Als Zugabe ist der iPod-Würfel allerdings mit einem USB-Anschluss für den PC ausgestattet. Über den kann man nicht nur den Akku des Players laden, sondern auch dessen Musikbestand aktualisieren. Schade: Der Cube ist ausschließlich in Silber erhältlich. Wer einen iPod shuffle ihn einer anderen Farbe besitzt muss mit einem Farb-Kompromiss leben.

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