CES 2007 Schöner zocken mit Fön
Schneller, größer, besser, billiger: Das ist der Vierklang, der viele der in Las Vegas vorgestellten Produkte treffend beschreibt. Damit wird die Welt der Elektronik nicht neu erfunden, aber es ist trotzdem eine Menge, denn es bringt dem Kunden Vorteile. Unter dem Strich hält der Trend an, dass dieser Jahr für Jahr mehr bekommt für sein Geld: Wenn etwa das japanische Unternehmen Hitachi eine erste Terabyte-Festplatte ("Deskstar 7K1000") für Rechner vorstellt, ist das vor allem aus einem Grund interessant: Es drückt den Preis für Festplattenspeicher auf unglaubliche 40 Cent pro Gigabyte - was unter dem Strich zu einem Verkaufspreis von 399 Euro für den Datengiganten führt.
Neben der für den PC entwickelten Terabyte-Festplatte gibt es ein weiteres Modell mit gleicher Speicherkapazität für den digitalen Videorecorder. Die "CinemaStar"-Festplatte soll vor allem die Aufzeichnung von hoch auflösenden Filmen unterstützen, da die HDTV-Qualität vier- bis fünfmal so viel Speicher erfordert wie herkömmliches Filmmaterial. Die Festplatten im 3,5-Zoll-Format haben eine Geschwindigkeit von 7200 Umdrehungen je Minute.
"50 Jahre nach Erfindung der Hard Disk ist die 1-TB-Festplatte ein echter Meilenstein in dieser Entstehungsgeschichte und untermauert weiterhin die Vormachtstellung der Festplatte als preisgünstiges Speichermedium hoher Kapazität", erklärte Hitachi-Manager Shinjiro Iwata.
Das sehen seine Kollegen, respektive Konkurrenten von Sandisk und Samsung etwas anders. Beide stellten in Las Vegas Flashspeicher für Laptops vor - wobei Sandisk mit ebenfalls bisher unerreichten 32 Gigabyte Speicherkapazität die Nase vorn hat: Die Flashkarten des Speicherspezialisten sind preiswerter als die gleich großen Modelle von Samsung. Damit entfällt die Notwendigkeit für eine herkömmliche Festplatte, was Samsung schon in der zweiten Jahreshälfte mit ersten Flash-Notebooks dokumentieren will. Sandisk geht davon aus, dass solche Rechner zurzeit noch etwa 600 Dollar teurer wären als herkömmliche Modelle.
Muskelshow
Wie schnell aus so einem teuren Spaß erschwingliche Alltagsprodukte werden, sehen wir allerdings seit Jahren: Bei Flachbildfernsehern wird auch in diesem Jahr ein Preisverfall von etwa 30 Prozent erwartet. Auch auf der CES überbieten sich die Firmen wieder mit Superlativen. Das neue Spitzenmodell von Sharp bringt es da auf stolze 2,38 mal 1,34 Meter - und stellt alles bisher käufliche in den Schatten. Ob man das Gerät aber je wird kaufen können, steht in den Sternen: Mehr und mehr gerät die Schlacht der Entwickler um den größten, dünnsten Fernseher zu einer Art Schaukampf - man will zeigen, was man kann. Aufstellen kann sich kaum mehr jemand so ein Gerät: Das wäre nicht zuletzt eine Aufgabe für Architekten, die erst den passenden Wohnraum schaffen müssten.
Auf dem Markt der Camcorder geht der Trend weiter Richtung Festplattenrecorder. DVD-Medien, äußerst bequem als schnell einsetzbares "Guck mal, was ich gerade gefilmt habe"-Medium, fallen da leicht zurück: Die Nachbearbeitung von Aufnahmen gestaltet sich mit ihnen deutlich komplizierter, als bei den Festplatten-Kameras. Das beste beider Welten versuchen Hybridmodelle wie Hitachis DZH500A zu vereinen: Der Winzling beschreibt direkt Mini-DVD, verfügt daneben aber auch über eine 30-Gigabyte-Platte sowie über einen SD Memory-Slot für Schnappschüsse.
Eines der ungewöhnlichsten Produkte aber kommt in diesem jahr von Philips: Die Niederländer haben das Prinzip Ambilight für Computerspiele weiterentwickelt. Neben Licht produziert das neue amBX auch Wind, Vibrationen in der Handballenauflage (Rumble Pad) und natürlich Lärm. Bislang unterstützen aber nur wenige Spiele den Tischfön. Preis des Komplettsets inklusive Subwoofer: 400 Euro.
pat/AP