Deko-Trend Autoshow auf der Cebit
In einigen Bereichen der diesjährigen Cebit fühlt man sich fast wie auf einer Automesse. Daran, dass gelegentlich ein Hersteller einen Formel-1-Boliden auf seinen Stand stellt, hat man sich gewöhnt. Ist ja auch einleuchtend, wenn das betreffende Unternehmen den jeweiligen Rennstall unterstützt oder mit dem rasanten Flitzer einfach auf die herausragende Geschwindigkeit seiner Produkte aufmerksam machen will.
In diesem Jahr jedoch nimmt das automobile Treiben ein wenig überhand. Bei einigen Herstellern von Technik-Lösungen für den KFZ-Bereich ist noch einsehbar, dass ein mit den neuesten hauseigenen Produkten ausgestattetes Fahrzeug den Stand schmückt. Bei anderen fällt es schwer, den Bezug eines Luxus-Cabrios zum Portfolio von Unternehmens-Software zu begreifen. Und dass insbesondere dann, wenn das Gefährt ansonsten unbeachtet in einer stillen Ecke des Messestandes herumsteht. Nutzt da etwa ein Geschäftsführer den Messeauftritt seiner Firma als kostenlosen Dauerparkplatz?
Wohl kaum. Das gilt insbesondere für einige der exotischeren Kraftfahrzeuge. Denn in den beengten Innenraum einer BMW Isetta würde sich wohl kaum ein Firmenlenker zwängen wollen. Dann schon eher in das sportliche und mit allerlei hochtechnischem Schnickschnack aufgewertete Cockpit des leistungsmäßig aufgebohrten Porsche samt Flügeltüren - mit dem garniert ein Hersteller von KFZ-Elektronik seinen Messeauftritt.
Aber vielleicht weisen die Aussteller mit ihren PS-strotzenden Exponaten auch der Messegesellschaft den Weg aus der Krise. Statt der mickrigen Modellauto-Rennbahnen, die auf einigen Ständen klappern, könnte ein Rundkurs auf dem Messegelände zusätzliches Publikum anlocken. Wer würde sich nicht gerne bei einer Probefahrt mit einer der ausgestellten Edel-Karossen von den Vorzügen eines neuen Navigationssystems überzeugen lassen?