Durchgesetzt Fernseher sind eine flache Sache
Frankfurt/Main - Die Frage, ob der nächste Fernseher flach sein soll oder doch ein herkömmliches Röhrengerät, stellt sich nicht mehr: Man braucht heute schon Glück, überhaupt noch so ein gutes altes Röhrenmonstrum beim Elektrohändler zu finden. Bei den großen Fachhändlern stehen oft Hunderte LCD- und Plasma-Geräte ein paar Alibi-Kleinfernsehern für noch kleineres Geld gegenüber.
Das ist kein Komplott des Handels, sondern spiegelt die Nachfragesituation: 93 Prozent des Gesamtumsatzes mit Fernsehgeräten, sagt die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), erzielten die Händler 2007 bereits mit der neuen Technik.
Insgesamt blieb der Markt für Verbraucherelektronik auf Wachstumskurs. Die Umsätze wuchsen im Jahr 2007 um 3,7 Prozent auf fast 23,3 Milliarden Euro. Die Bilanz der gfu und des Fachverbands Consumer Electronics des Branchenverbands ZVEI umfasst Unterhaltungselektronik, aber auch Navigationsgeräte, Telekommunikation und Computer. Weder die Mehrwertsteuererhöhung noch vorgezogene Käufe wegen der Fußball-WM im vergangenen Jahr beeinträchtigten nach Angaben der Verbände die über die Erwartungen positive Entwicklung.
Verkaufsschlager waren demnach neben hochauflösenden Flachbild-TV-Geräten vor allem Geräte zur mobilen Nutzung, ob Computer, digitale Audio- oder Videospieler, tragbare Navigationsgeräte sowie Digitalkameras. Auch Spielekonsolen verzeichneten deutliche Absatzsteigerungen.
Im Jahr 2007 wurden den Angaben zufolge knapp sechs Millionen Fernsehgeräte verkauft, darunter knapp 3,9 Millionen LCD-TV (plus 51,1 Prozent im Vergleich zu 2006), 528.000 Plasma-TV (plus 17,5 Prozent), aber nur noch etwas über 1,4 Millionen Röhrengeräte (minus 47,4 Prozent). Der Umsatz insgesamt stieg um 2,9 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro.
DVD hat den Boom endgültig hinter sich
Der Trend bei den Fernsehern gehe zu hochwertigen Produkten und größeren Bildschirmformaten, erklärten die Verbände. Mit "HD Ready" oder "Full HD" gekennzeichnete Geräte machten 95 Prozent des Umsatzes bei Flachbild-TV aus. Der Bestand von Geräten die das "HD Ready"-Logo tragen, wuchs bis Ende 2007 in Deutschland auf über 6,3 Millionen Stück.
Rückläufig nach Stückzahlen und Umsatz ist der Absatz von DVD-Spielern und Videorekordern jeglicher Technik. 3,1 Millionen verkaufte DVD-Player bedeuten ein Minus von rund 14,5 Prozent, ebenso wie die Absatzzahl von 888.000 DVD-Rekordern. Der Gesamtumsatz in diesem Segment sank um 18,1 Prozent auf rund 611 Millionen Euro.
Zunehmend mobile Mediennutzung führt zu höherem Absatz von MP3-Spielern und portablen Videospielern. Knapp sechs Millionen MP3-Player wurden verkauft, dazu mehr als zwei Millionen Video-Player.
Der Absatz digitaler Kameras stieg um neun Prozent auf 8,55 Millionen Stück, davon sind inzwischen zehn Prozent digitale Spiegelreflexkameras. Der Absatz portabler Navigationsgeräte stieg um 77 Prozent auf knapp 3,7 Millionen Exemplare; dafür sank der Verkauf von Geräten zum nachträglichen Festeinbau ins Auto weiter um 26 Prozent auf nur noch rund 67.000 Stück.
Mit mehr als drei Millionen verkauften Geräten (plus 32 Prozent) zogen Laptops und Notebooks deutlich an der Zahl von 1,4 Millionen stationären Computern (minus drei Prozent) vorbei. Beim Umsatz legten Notebooks um 22,5 Prozent zu. Insgesamt wuchs der Umsatz mit Informationstechnologie um 10,3 Prozent auf fast 5,3 Milliarden Euro.
Bei Mobiltelefonen stieg zwar die Stückzahl um 15,7 Prozent auf 24 Millionen. Der Umsatz jedoch sank um 7,3 Prozent auf fast 3,6 Milliarden Euro.
pat/AP