Gadgets zu Weihnachten Digitale Bilderrahmen
Digitale Bilderrahmen gehören zu den Gewinnern der Weihnachtssaison. So lautet zumindest das Ergebnis einer Besucher-Analyse der Produktsuchmaschine Twenga.de.
Demnach sind beispielsweise Digitalkameras und Flachbildfernseher das ganze Jahr über gefragt, Bilderrahmen für Digitalfotos aber sind jetzt, kurz vor Weihnachten, populär wie nie zuvor. Twenga zufolge nahmen entsprechende Suchanfrage seit November um 43 Prozent zu.
Der Grund ist leicht zu verstehen: Früher hat man schön gerahmte Familienfotos und selbst gebastelte Fotokalender verschenkt, im Zeitalter der Digitalknipsen hat das wenig Sinn. Schließlich müsste man die Fotos dafür erst einmal ausdrucken oder von einem Dienstleister drucken lassen, müsste sie in einem Rahmen einspannen oder auf Kalenderblätter aufkleben.
Wie viel komfortabler ist da doch so ein Mini-Bildschirm. Den füllt man per PC, Speicherkarte oder gar drahtlos per Funk mit einem Satz Lieblingsbilder und los geht's. Wer mag, kann gar eine automatische Diashow draus machen, das Bild also in regelmäßigen Abständen wechseln lassen. Mit gedruckten Fotos wäre das ungleich aufwendiger.
Damit nicht genug lassen sich manche digitale Bilderrahmen auch noch anders nutzen. So bietet Kodak beispielsweise W-Lan-Bilderrahmen an, die sich über den Online-Bilderdienst Flickr mit Fotos versorgen lassen. Hamas "High End"-Geräte empfangen Handyfotos per Bluetooth direkt vom Telefon und Samsungs Bilderrahmen der "H"-Serie zeigen nicht nur Bilder an, sondern spielen auch noch MP3-Musik über ihre kleinen Lautsprecher ab.
Es gibt viele Möglichkeiten, einen digitalen Bilderrahmen zu nutzen. Einen Überblick über aktuelle Modelle finden Sie auf den folgenden Seiten.
Agfaphoto 5080MS
Den Testern der Stiftung Warentest hat dieser digitale Bilderrahmen am besten gefallen. Das klare Urteil der Tester: Das Gerät von Agfaphoto bietet die beste Bildqualität, wurde im Sehtest am besten bewertet. Zudem begeisterten sich die Profi-Tester für den Energiebedarf des 5080MS und attestierten ihm, er habe "nahezu keinen Stromverbrauch". Nunja, zumindest wohl einen sehr geringen.
Fotos nimmt das Gerät über einen integrierten Vierfach-Kartenleser (SD, MMC, MS, CF) entgegen. Man kann seinen 128-MB-Speicher aber auch via USB befüllen. Außerdem taugt der Agfaphoto-Rahmen als MP3-Player, so viel Multimedia muss sein. Großen Sound sollte man aber nicht erwarten.
Dafür kann man den Bilderrahmen auch als Wecker verwenden, und ihn per Fernbedienung steuern. Vor allem aber kann man den Look des Geräts an den eigenen Geschmack anpassen. Wechselrahmen in Schwarz, Alu- und Holzoptik liegen bei. Wohlgemerkt: Plastik in der Optik der jeweiligen Materialien - nicht aus Holz oder Alu selbst.
Hama "High End"
Die Zubehörspezialisten von Hama schnitten im "Warentest"-Test schlecht ab. Das 110 Euro teure Modell Premium 7'' bekam die schlechteste Gesamtnote, wurde vor allem wegen der mangelhaften Bildqualität gerügt. Mit Schuld am schlechten Abschneiden dürfte die niedrige Auflösung gehabt haben. Nur 480 x 234 Pixel bekam der Hama-Rahmen hin. Zu wenig für einen Bildschirm von sieben Zoll beziehungsweise knapp 18 Zentimeter Diagonale.
Besser Ergebnisse versprechen dagegen die nur wenig größeren Acht-Zoll-Modelle von Hama. Die haben zwar eine nur um zweieinhalb Zentimeter größere Bilddiagonale, bringen darauf aber viermal mehr Bildpunkte (800 x 600) unter. Als Ergebnis dürften darauf dargestellte Bilder viel glatter und homogener wirken als auf dem kleineren Modell.
Umso erstaunlicher, dass die größeren Modelle wiederum mit niedrigeren Auflösungen daherkommen.
Philips Wireless PhotoFrame 8FF3WMI
Der Bilderrahmen von Philips versucht gleich mehrfach, mit technischen Extras zu punkten. Das fängt schon mit der drahtlosen Netzwerkanbindung an. Per W-Lan kann man Bilder in seinen Speicher überspielen oder ihn per Streaming mit immer neuen Fotos füttern. Ein Sensor soll zudem erkennen, ob der Rahmen hochkant oder quer steht, so dass die Bilder automatisch richtig ausgerichtet werden.
Vollkommen manuell funktioniert dagegen die integrierte Software, mit der sich aus mehreren Bildern Collagen formen lassen sollen. Die wollen freilich gut ausgewählt sein. Laut Philips passen bis zu 2000 Fotos ihn den 512 Megabyte großen Speicher. Reichlich Stoff zum Spielen also. Und der hat seinen Preis: 250 Euro kostet der drahtlose Digitalbilderrahmen.
Parrot Specchio
Der Specchio von Parrot ist komplett von einer großen Glasplatte abgedeckt. Die kann man, wenn die Fotofunktion abgeschaltet ist, als Spiegel verwenden. Das ist eine nette Nebennutzung und gibt der großen Gesamtfläche des Specchio einen gewissen Nutzen. Sobald man aber die Bildanzeige aktiviert, wird klar, dass der größte Teil des Parrot-Bilderrahmens genau das ist - ein Rahmen.
Bezogen auf die Gesamtgröße nimmt der eigentliche Bildschirm nur einen kleinen Teil der Fläche ein. Auffällig auch: Im Verhältnis zum Bildschirm ist der Parrot-Bilderrahmen mit 2,3 Zentimetern recht tief. Dafür steckt aber einiges an Elektronik im Inneren. Unter anderem ist eine E-Mail-Software installiert. So kann man dem Bilderrahmen eine eigene E-Mail-Adresse geben und ihm aus aller Welt Fotos zuschicken.
Die Anbindung ans Heimnetz erfolgt per W-Lan. Sogar die neue Funktechnik NFC (Near Field Communication) ist eingebaut. Passende Kamerahandys oder Digicams dürfte man aber kaum finden. Diese Highend-Technik soll wohl den Preis rechtfertigen: 350 Euro kostet der digitale Spiegel-Bilderrahmen.
Sony
Die beiden Sony Bilderrahmen mit den kryptischen Bezeichnungen DFP-D80 und DPF-D100 unterschieden sich nur in zwei Punkten: Größe und Gewicht. Ansonsten zeichnet beide aus, dass sie Bilder anzeigen, einen Kalender und eine Uhr eingebaut haben. Extras wie eine Netzwerkanbindung gibt es nicht.
Besitzer von Sony-Digicams sollten sich die beiden trotzdem genau anschauen. Denn die Möglichkeit, die bei Sony-Kameras üblichen Memorysticks direkt in den Kartenleser des Bilderrahmens einzustecken, bieten wenige Geräte.
Das Verhältnis Rahmen zu Bild ist ausgesprochen gelungen. Hier wirkt die Umrandung des LCD-Displays bei weitem nicht so erdrückend wie bei manch anderem Gerät.
Bei der Auswahl sollte man allerdings genau überlegen, wie groß der Bilderrahmen sein sollte. Die Zehn-Zoll-Ausführung DPF-D100 schlägt mit üppigen 280 Euro zu Buche. Entscheidet man sich dagegen für die nur fünf Zentimeter kleinere Acht-Zoll-Version DPF-D80, spart man glatte 100 Euro. Die Auflösung und damit die Detailtiefe, ist bei beiden Modellen mit 800 mal 600 Bildpunkten dafür identisch.
Samsung
Im Test der "Computerbild" schnitt Samsungs SPF-105P in seiner Preisklasse am besten ab. Seine Besonderheit: Mit 1024 mal 600 Bildpunkte liefert er auf seinem 10,5 Zoll Bildschirm eine besonders hoch aufgelöstes Bild. Selbst bei genauer Betrachtung sind da kaum einzelne Pixel zu erkennen.
Über einen eingebauten Akku lässt sich der Samsung auch kabellos betreiben. So kann man ihn beispielsweise aufs Sofa mitnehmen, um Freunden eine Diashow vorzuführen. Länger als eine Stunde sollte die freilich nicht dauern, denn dann geht den Stromspeicher der Saft aus. Damit das nicht zu schnell passiert und auch, damit der Bilderrahmen im Normalbetrieb nicht zu viel Strom saugt, sorgen Stromsparfunktionen dafür, dass sich das Gerät bei Nichtgebrauch automatisch abschaltet.
Aber das will man möglicherweise gar nicht. Denn als praktischen Zusatznutzen kann man den Bilderrahmen auch als Zweitmonitor am Notebook oder PC benutzen. Dafür braucht man nicht einmal einen Anschluss an die Grafikkarte. Stattdessen wird der Samsung einfach per USB angestöpselt. Für ein Gerät, das bereits für deutlich unter 180 Euro im Handel zu bekommen ist, ist das ein beachtliches Extra.
Fast ein Monitor: Braun Digiframe 150
Geht's noch größer? Wohl kaum. Der Digiframe 1500 sprengt mit 15 Zoll Bilddiagonale (38 Zentimeter) alle gewohnten Maße für elektronische Bilderrahmen. Normalerweise müsste man ein derart großes Gerät als Monitor bezeichnen. Dazu würde auch die Auflösung von 1024 mal 768 Bildpunkten passen. Aber als PC-Bildschirm taugt der Braun trotzdem nicht, ihm fehlt der dafür nötige Anschluss.
In der Praxis wird ein Bildbetrachter wie dieser wohl auf einem Tisch oder eine Kommode stehen. Mit fünfeinhalb Zentimetern Tiefe und einem Gewicht von knapp drei Kilogramm würde er an der Wand keine gute Figur machen.
Dafür verdaut er acht verschiedene Speicherkartentypen, lässt seine 128 MB Speicher also leicht befüllen. Sein Preis von 399 Euro ist für dieses Format angemessen.
Viel Bild für wenig Geld: Pearl Crystal View Elite
Viel pragmatischer als der dicke Brummer von Braun ist dieses 7-Zoll-Modell von Pearl. Technische Höchstleistungen bekommt man hier zwar nicht, dafür aber einen guten Digibild-Anzeiger für ausgesprochen wenig Geld. Mit einem Preis von 39,90 steht der Crystal View Elite derzeit im Pearl-Katalog. An diese Marke kommt kein anderer heran.
Dafür hält sich Pearl mit technischen Details bedeckt, verrät nicht, welche Auflösung das Display bietet. Immerhin: SD- und MMC-Karten aus gängigen Kameras nimmt der Kartenleser ebenso entgegen wie Bilder, die man ihm per USB aufspielt.
Kodak Wireless OLED
Aus fast jedem Blickwinkel helle, klare und scharfe Bilder mit realistischen Farben verspricht Kodak für den Wireless OLED-Bilderrahmen. Um dieses Versprechen zu erfüllen haben die Ingenieure einen Bildschirm in OLED-Technik (Organic Light Emitting Display) eingebaut. Das ist eine feine Idee die sich bislang noch nicht durchgesetzte hat, weil OLEDs noch rar und teuer sind.
Offenbar ist es zudem schwierig, die dazu gehörende Technik im Bilderrahmen selbst unterzubringen. Das lässt zumindest der große Standfuß des Geräts vermuten. Der sorgt zwar dafür, dass der Rahmen standfest auf dem Tisch steht, verhindert aber jede Form einer Wandmontage.
Die technischen Daten allerdings lassen auf Gutes hoffen. 800 mal 480 Pixel zeigt das Display auf 7,6 Zoll an. Bilddaten lassen sich per Speicherkarte oder W-Lan in den üppigen Zwei-Gigabyte-Speicher übertragen. Den muss man allerdings teuer bezahlen. Für stattliche 899 Euro kann man den Kodak-Rahmen online vorbestellen.
Immerhin: Als kleines Trostpflaster für den Luxusaufschlag bekommt man einen Fünf-Zoll-Billig-Bilderrahmen fast geschenkt dazu. Da hat man dann wirklich noch etwas zum Verschenken.