Neue Netbooks: Schicke Flachmänner - DER SPIEGEL
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Neue Netbooks Schicke Flachmänner

Noch leichter, edler, witziger: Auf der CES wurde klar, dass die junge Spezies der Netbooks sich rasend schnell weiterentwickelt und ihr Funktionsumfang inzwischen gewaltig variiert. Genau wie der Preis - zwischen 100 und 1000 Dollar werden die neuen Modelle kosten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Als Lifestyle-PC oder Mini-Notebook bezeichnen Sonys Manager das Vaio P. Das ist verständlich. Von den typischen Eigenschaften eines Netbooks, klein und billig, kann das Sony nur eine erfüllen. Mit seinem Acht-Zoll-Display ist es so klein, dass es sogar in einer Jackentasche noch gut Unterschlupf findet. Verzicht geht damit aber nicht einher: Stolze 1600 mal 768 Bildpunkte stellt der von LEDs beleuchtete Bildschirm brillant dar - das ist schon fast sensationell.

Foto: AFP

Als Antrieb dient jedoch ein Intel Atom-Chip mit 1,33 Gigahertz, also Standard-Netbook-Hardware. Die Festplatte ist mit 60 GB knapp bemessen. Dafür steckt neben Lan, W-Lan und Bluetooth auch noch ein Modul für UMTS- und HSDPA-Datenfunk im Gehäuse. Als Betriebssystem wird von Sony Windows Vista Home Premium samt etlicher Zugaben installiert. Viele davon sollte man gleich deinstallieren, da sie nur selten nützlich sind, unnötig Speicher und Prozessorleistung beanspruchen.

Diametral auseinander driften allerdings Preis und Gewicht. Mit 635 Gramm ist das Vaio P so leicht, dass man es gut und gerne immer dabeihaben kann. In der Regel aber dürfte der Preis von 899 Dollar verhindern, dass man überhaupt in die Lage versetzt wird, ein Vaio P einzustecken. Schließlich bekommt man für das gleiche Geld locker auch zwei Netbooks in etwas fetterer Standardausführung. Insofern hat Sony Recht: Ein Netbook ist das Vaio P eigentlich nicht.

Touchscreen-Displays, Alu-Gehäuse und gutes Design zu kleinen Preisen. Lesen Sie auf den folgenden Seiten, was die neuen Netbooks können:

MSI X-Slim 320: Ein Macbook Air zum halben Preis

Ein Beispiel dafür, dass Netbooks eben doch nicht immer mehr oder minder gleich aussehen müssen, liefert MSI mit seinem Modell X-Slim 320. Statt der üblichen 8,9 oder 10,2 Zoll Bilddiagonale hat sein Bildschirm sagenhafte 13,4 Zoll zu bieten. Mit 1366 x 768 Bildpunkten liefert es eine Auflösung, die exakt dem entspricht, was die meisten HD-Ready-Fernseher leisten.

Anders als solche TV-Geräte ist das X-Slim 320 aber ein echtes Leichtgewicht. Mit 1,3 Kilogramm und einer Dicke von rund zwei Zentimetern konkurriert es direkt mit Apples Macbook Air. Die Verarbeitungsqualität kann damit allerdings nicht ganz mithalten. Trotzdem: Ein Hingucker ist MSIs Flachmann allemal. Das umso mehr, wenn man den Preis einbezieht: Rund 900 Dollar wird das X-Slim 320 kosten, wenn es auf den Markt kommt. Wann genau das sein wird, steht allerdings noch nicht fest.

Der Bildschirm dreht durch: Asus EeePC T91

Das Konzept der Tablet-PCs hat außerhalb spezieller kommerzieller Anwendungen bisher kaum Freunde gewonnen. Zu teuer und zu sperrig sind die meisten der edlen Business-Notebooks, bei denen man das Display drehen und darauf per Stift schreiben kann. Aber das könnte sich mit dem Asus T91 bald ändern.

Denn bei diesem Netbook lässt sich der Bildschirm wie bei Tablet PCs an einem Scharnier drehen und auf die Tastatur klappen. So wird aus dem Netbook ein Touchbook, auf dessen Bildschirm man handschriftlich Notizen machen, Texte schreiben oder Tabellen editieren kann. Damit nicht genug, hat Asus auch noch GPS- und TV-Empfänger sowie einen FM-Transmitter integriert. Letzterer taugt beispielsweise, um Musik auf einem UKW-Radio abzuspielen. Als Betriebssystem dient Windows XP.

Etwa im März hofft Asus das schmucke Gerät auf den Markt bringen zu können. Ein Preis ist allerdings noch nicht festgelegt.

Asus S121: Ein halbes Terabyte Flashspeicher

Eine bisschen mehr und ein bisschen weniger: So kann man das Asus S121 charakterisieren. Während überall sonst rotierende 160-Gigabyte-Festplatten in die kleinen Rechner eingebaut werden, kann man das S121 wahlweise mit einer 512 Gigabyte großen SSD-Festplatte bekommen. Solche sogenannten Flash-Speicher haben den Vorteil, dass sie keine beweglichen Teile verwenden, deshalb vollkommen unempfindlich gegen Erschütterungen sind. Zudem sind manche dieser Flash-Festplatten schneller als herkömmliche Massenspeicher.

In der - sicher deutlich billigeren - Standardausführung, ist dagegen eine normale 250-Gigabyte-Platte eingebaut. Der Bildschirm des neuen Asus-Netbooks ist mit 12,1 Zoll fast zwei Zoll größer als üblich. Der Prozessor dagegen ist mit 1,3 Gigahertz vergleichsweise gemächlich getaktet. Standard-Netbooks ticken mit 1,6 Gigahertz.

Vollkommen unklar lässt Asus bisher allerdings, was das edel aufgemachte Gerät kosten soll. Das aktuelle Edel-Modell S101 schlägt mit knapp 600 Euro zu Buche, ist mit 160-Gigabyte-Platte und 10,2-Zoll-Display aber deutlich dünner ausgestattet.

Klitzeklein und wundersam billig: Coby-Netbooks

Die Preiskategorien für Netbooks sind längst abgesteckt. Kleine Modelle kosten rund 300 Euro, größere rund 400. Aber es geht noch billiger, viel billiger. Das meint jedenfalls die amerikanische Elektronikkette Coby. Die will mit dem Modellen PoqetMate-7 und PoqetMate-9 zwei Netbooks auf den Markt bringen, die das Preisgefüge ordentlich durcheinanderbringen - zu Preisen zwischen 100 und 200 Dollar sollen die Geräte angeboten werden.

Sparfüchse müssen dafür allerdings auch einige Einschränkungen in Kauf nehmen. Beispielsweise, dass die Bildschirme mit 7 und 9 Zoll ziemlich mickrig sind und dass man sich mit Linux statt mit Windows anfreunden muss (was nicht notwendigerweise ein Nachteil ist). Noch aber, so gab ein Coby-Manager gegenüber " engadget " an, handelt es sich bei diesen Geräten noch um Studien. Ob und wann sie tatsächlich auf den Markt kommen, ist noch nicht entschieden.

Ein Netbook für Profis: HP Mini 2140

Sicher haben viele Business-Anwender schon neidisch auf Netbooks geschaut. Aber: Oft sind die zu schlecht ausgestattet, zu wenig stabil und bieten zu wenige Serviceoptionen. Diese Mängel will HP mit dem Mini 2140 ausbügeln. Auf den ersten Blick erkennbar: das stabile Gehäuse. Nicht aus Kunststoff, wie sonst üblich, sondern aus robustem Aluminium wird es gefertigt - hält so manchen Stoß aus.

Der Bildschirm hat mit 10,2 Zoll ein Standardmaß. Je nach geplanter Anwendung kann man das Gerät allerdings mit unterschiedlichen Auflösungen ordern. Für Textverarbeitung und ähnliches bieten sich 1024 x 576 Pixel an, während Multimediaanwendungen und Filme auf dem HD-Display mit 1366 x 768 Bildpunkte besser aussehen. Eine spezielle Beschichtung soll dafür sorgen, dass die Beschriftung der Buchstaben bis zu 50mal länger als üblich hält. Der Bildschirm wird von einem Acrylglas vor Kratzern geschützt, die Festplatte gesichert, sobald der integrierte Beschleunigungsmesser ungewöhnlich rasante Bewegungen feststellt.

Ende Januar will HP das Gerät in den Handel bringen. Die Preisliste beginnt bei 499 Dollar.

Vollausstattung: Dell Inspiron Mini 10

Dell rüstet nach. Während das 8,9-Zoll-Netbook Mini 9 kaum jemand begeistern konnte, schafft sich das Mini 10 auf Anhieb Freunde. Auf den ersten Blick gefällt das schlankere Design, auf den zweiten Blick das vergleichsweise hochauflösende Display. Dessen Auflösung reicht, um Filme in der HD-Auflösung 720p (1280 x 720) betrachten zu können. Optisch macht es Eindruck, weil es komplett unter einer dünnen Glasplatte untergebracht ist. Das sieht super aus, hat aber den Nachteil, dass es dadurch auch als Taschenspiegel taugt.

Foto: AP

Als Novität hat Dell ein Multitouch-Trackpad, wie man es in Apples aktuellen Laptops findet, eingebaut. Richtig geht es aber erst los, wenn man sich die Innereien des Mini 10 betrachtet. So sind neben dem obligatorischen Atom-Prozessor, W-Lan und dem 10-Zoll-Bildschirm auch ein GPS-Modul, ein TV-Empfänger und ein 3G-Datenfunk-Modul integriert.

Als Zuckerl will Dell das Gerät zudem in verschiedenen Farben anbieten. Stillschweigen herrscht allerdings noch darüber, was der Spaß denn kosten soll. Ganz billig wird es wohl nicht, aber Experten schätzen, dass der Preis im Bereich von 500 Dollar liegen werde. Für ein derart üppig ausgerüstetes Multimedia-Netbook wäre das vollkommen im Rahmen.

Netbook vom Monitorhersteller: Das VieBook

Wie leicht es geworden ist, aus den von Intel angebotenen Bausteinen Netbooks zu bauen, demonstriert Viewsonic. Das eigentlich für seine Monitore bekannte Unternehmen zeigte auf der CES gleich eine ganze Reihe von PCs auf Basis der Atom-Chips, darunter auch ein Netbook namens VieBook.

Dessen technische Daten sind mit der großen Mehrheit aktueller Netbooks sofort austauschbar: 1,6-Gigahertz Atom-Prozessor, 160-GB-Festplatte, Webcam, Bluetooth und W-Lan. Dazu ein 10,2-Zoll-Bildschirm und ein Gehäuse, das an Schlichtheit kaum zu überbieten ist und auch von einem beliebigen anderen Hersteller kommen könnte. Ein echtes "Ich-auch"-Produkt also, das Viewsonic da aus dem Hut gezaubert hat.

Angesichts der austauschbaren Technik und des nicht sonderlich günstigen Preises von 429 Dollar wird das wohl kaum zum Kassenschlager.

Netbook ohne Atom-Chip: Via Mini Note

Klar, mit dem Atom-Prozessor beherrscht Intel den Markt der Netbooks fast vollkommen. Aber eben nur fast. Einige Anbieter versuchen, mit teils deutlich billigeren Chips auch Fuß zu fassen. Einer davon ist Via. Am Rande der CES, nicht auf dem Messegelände selbst, zeigte das Unternehmen, wie sich mit dessen Nano-Prozessor ausgesprochen Netbook-ähnliche Mini-Notebooks bauen lassen.

Dem De-facto-Standard sehr nahe kommt dabei vor allem das Mini-Note, mit 8,9-Zoll-Display und seinem 1,3-Gigahertz-Nano-Chip. W-Lan und Bluetooth sind immer an Bord, 3G-Datenfunk nur optional. Der größte Unterschied zu den üblichen Netbooks könnte allerdings die Leistung des Prozessors sein. Die, so sagt es zumindest ein Vertreter des Unternehmens, werde den Intel-Atom klar übertreffen. Deshalb, und das ist die gute Nachricht für Windows-Fans, wird das Mini Note auch mit Vista und nicht mit Windows XP ausgeliefert.

Das dürfte auch Microsoft freuen. Schließlich würde der Softwarekonzern das in die Jahre gekommene Windows XP lieber gestern als heute aus dem Angebot nehmen, verkauft es nur noch, weil Vista auf Netbooks normalerweise nicht läuft. Wie teuer das Mini Note wird, mochte Via noch nicht verraten. Schätzungen gehen von etwa 400 Dollar aus.

AMD statt Intel: HP Pavillon dv2

Während der Chiphersteller AMD sonst in vielen Bereichen mit Intel konkurriert, will sich das Unternehmen im Netbook-Bereich zurückhalten. Trotzdem zeiget das Unternehmen in Las Vegas seine neue "Yukon"-Technologie für kleine billige Notebooks - aber eben nicht Netbooks. Im Segment zwischen 10 und 13-Zoll Bilddiagonale sollen die sich tummeln, hochwertiger als Netbooks sein.

So wie das Pavillon dv2 von HP beispielsweise. In dessen Innerem werkelt AMDs Neo-CPU mit 1,6 Gigahertz, was in etwa dem Intel Atom entspricht. Die Grafikberechnung übernimmt allerdings ein ATI-Mobility-Radeon-3410-Grafikchip - und der ist deutlich schneller als Intels Grafik. Auch sonst überbietet das HP-Mini-Notebook die Netbooks mit bis zu 4 GB Arbeitsspeicher, bis zu 500 GB Festplattenplatz, einem DVD-Brenner und einem HDMI-Anschluss für Flachbildfernseher deutlich.

Negativ machen sich diese Maßnahmen aber nirgends bemerkbar. Weder bei der Dicke (3,3 Zentimeter), noch beim Gewicht (1,7 Kilogramm) oder beim Betriebssystem (Windows Vista) und schon gar nicht beim Preis (rund 600 Dollar). Ab März soll das Gerät in den Handel kommen.

Billiger geht's immer: Netbooks mit Freescale-Chip

Offenbar ist es vielen kleineren Firmen einfach zu teuer gewesen, einen Messestand auf der CES zu buchen. So auch dem Chiphersteller Freescale. Dabei will sich auch der ein Stück vom großen Netbook-Kuchen sichern. Helfen soll ihm dabei ein Prozessor namens i.MX515. Basierend auf der Arm-Chip-Technik, die man sonst eher in Smartphones findet, soll er extrem ausdauernde und gleichzeitig billige Netbooks möglich machen. Unter 200 Dollar sollen die kosten und acht Stunden ohne Steckdose auskommen.

Wie so etwas aussehen kann, zeigte der Asus-Ableger Pegatron in einer Hotelsuite in Las Vegas. Was dabei am meisten erstaunt: Nach billig sahen Pegatrons Prototypen nicht aus. Schick, schlank und mit einer Tastatur, wie sie in aktuellen Macbooks zu finden ist, machten die Geräte mehr her, als ihr Preis erwarten ließe. Der Nachrichtenseite Notebooks.com  zufolge ist bisher allerdings noch ein Preis von 299 Dollar geplant. Der könne sich allerdings noch ändern, heißt es, nach unten natürlich. Das eingesetzte Betriebssystem wird aber ohne Frage Linux werden. Wann der Verkauf anlaufen soll, steht noch in den Sternen.

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