Notebook-Farbenspiele Bunt is beautiful
Apple hat angefangen: 1999 brachte der Mac-Hersteller seinen Knubbel-Rechner iMac in fünf unterschiedlichen Farbtönen heraus - und hatte mit dem neuen Konzept Erfolg. Das Apple-Motto "Sorry, no beige" lockte scharenweise designbewusste Käufer an. Selbstbewusst forderte Apple-Chef Steve Jobs die iMac-Fans mit dem Ausspruch "collect them all" dazu auf, die bunten Heimcomputer wie Sammelkarten zu horten.
Doch das ist Vergangenheit. Längst hat sich Apple auf schlichteres Design verlegt, stellt Desktop-Rechner und Notebooks nur noch mit Hüllen aus gebürstetem Aluminium oder in schwarz oder weiß her. Die Konkurrenz hingegen bewegt sich in die entgegengesetzte Richtung, setzt voll auf Farbe.
Das beste Beispiel für diesen Trend liefert der Massenproduzent Dell. Vor wenigen Wochen stellte das Unternehmen neue Notebook-Modelle vor, die sich der Kunde in einer von acht verschiedenen Farben ins Haus kommen lassen kann. Für Nobelmodelle werden, ganz wie es auch in der Autoindustrie teilweise üblich ist, Sonderfarben angeboten. So ist das XPS M1330, das mit 2,3 Zentimetern laut Dell flachste 13-Zoll-Notebook der Welt, in Farbtönen mit aufregend klingenden Namen wie "Tuxedo Black", "Pearl White" oder "Crimson Red" zu bestellen.
Doch nicht nur die Marken-, auch die Lowcost-Hersteller setzen zunehmend auf die verkaufsfördernden Effekte ungewohnter Kolorierungen. So bietet der Lebensmittel-Discounter Plus in dieser Woche ein Laptop an, das man nicht nur in schwarz und weiß, sondern auch in Pink bestellen kann.
Andere Hersteller sind da vorsichtiger: Toshiba beispielsweise hat nur ein einziges farbig gestaltetes Laptop im Angebot. Im Gegensatz zur Konkurrenz, die meist auf knallige Vollfarb-Lackierungen setzt, ist das Satego X200 getaufte Gerät allerdings wesentlich dezenter gestaltet. Als "marbled red", marmoriertes Rot, bezeichnet der Hersteller die Farbgebung, bei der das Einheitsschwarz durch rote Streifen aufgelockert wird.
Doch auch wer bereits ein Notebook besitzt oder sich wegen technischer Merkmale ein Gerät kaufen will, das es nur in einer Standardfarbe gibt, muss sich nicht grämen: Die US-Firma Colorware bietet seit Jahren einen Lackierservice für Laptops, MP3-Player und Spielkonsolen. Im Webshop der Firma können Lenovo- und Apple-Laptops in 28 unterschiedlichen Farbtönen bestellt werden. Der Aufpreis fürs Umspritzen kann allerdings bis zu 700 Dollar betragen. Hinzu kommen Frachtkosten, die beim Versand nach Europa weitere 320 Dollar betragen.
Wem das, verständlicherweise, zu teuer ist, dem bietet sich noch eine weit günstigere Option, das eigene Notebook farbig aufzufrischen: Bei der Firma Coovz kann man sogenannte Skins zum Aufkleben auf den Notebook-Rücken bestellen. Aus dem Online-Katalog der Firma kann man aus einer Vielzahl unterschiedlicher Designs das gewünschte auswählen und sich in einer zum jeweiligen Laptop passenden Größe zuschicken lassen.
Im Gegensatz zum Lackierservice fallen dafür nur rund 20 bis 30 Euro plus Versandkosten an. Zudem versichert der Hersteller, dass sich die aus einem Material namens "Coverium 3M" hergestellten Überzüge problemlos wieder entfernen lassen. Die Gummi-Überzüge sind auch für Apples MacBooks erhältlich. So kann man den aktuellen Modellen ein wenig vom farbenfrohen Charme der frühen iMacs aufkleben.