Spielekonsolen Wii zieht davon
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte: Die Volksmund-Binse fand selten eine deutlichere Bestätigung als durch Nintendos aktuellen Erfolg über Sony und Microsoft. Der frühe positive Trend in den Verkaufszahlen der Wii gegenüber denen von PS3 und Xbox 360 bestätigt sich in den US-Verkaufszahlen des ersten Quartals 2007. Kein Zweifel: Nintendo hat derzeit die Nase vorn - und zwar deutlich.
Den Japanern gelang es, im US-Geschäft im ersten Quartal 2007 1,02 Millionen Wii-Konsolen zu verkaufen, behauptet das Marktfoschungsunternehmen NPD Group. Dem stehen Xbox-360-Verkäufe in Höhe von rund 721.000 verkauften Exemplaren gegenüber, während die PS3 es auf immerhin 501.000 bringt.
Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass Microsoft von der Xbox 360 seit Markteinführung Ende 2005 bereits rund elf Millionen Exemplare verkauft hat. Der Softwarekonzern führt den weltweiten Markt der Drittgenerationskonsolen also weiter an, liegt in Bezug auf totale Verkaufszahlen von Spielekonsolen aber hinter Sony.
PS2 weiter erfolgreicher als Xbox 360 oder PS3
Deren Trumpf im Konsolengeschäft hieß Playstation 2, von der weltweit bisher über 110 Millionen Stück ausgeliefert wurden. Eine Erfolgsgeschichte, die noch nicht vorbei ist, denn so bittersüß das für Sony sein mag, zieht die PS2 im US-Geschäft nach wie vor mehr Kunden an als ihre Nachfolgekonsole PS3: Stolze 874.000 Exemplare gingen im ersten Quartal 2007 über den Tresen - und damit auch rund 150.000 mehr als von der Xbox 360.
US-Konsolen-Trends
| Der Verkauf der Wii beschleunigt sich noch, Nintendo könnte mehr verkaufen, wenn sie mehr liefern könnten |
| Eher schwach ist die Wii bei den Software-Verkäufen: Die Wii-Spieler begnügen sich mit relativ wenigen Spielen |
| Nintendos Marktgewicht in den USA wird erst klar, wenn man die Verkäufe der DS hinzunimmt: sie ging im ersten Quartal 2007 über 1,2 Millionen Mal über die Theke |
| Bei der Game-Software hat Microsoft auf dem US-Markt die Nase vorn: Xbox-Spiele dominieren die Top 10 |
| Der Markt wächst durch die neuen Konsolen rasant. In den USA setzten im ersten Quartal 2007 die Hersteller von Soft- und Hardware zusammen rund 3,3 Milliarden Dollar um - 54 Prozent mehr als im Jahr davor |
Das alles summiert sich zu einem klaren Statement der Verbraucher, die mit ihren Brieftaschen nicht zuletzt auch über konkurrierende Konzepte abstimmten. Aktuell lässt sich das so deuten: Die meisten Kunden bevorzugen vergleichsweise preiswerte Techniken, für die es entweder ein unschlagbar großes Spieleangebot gibt (Sony PS2) oder aber Spiele mit hoher Originalität und deutlicher Betonung von Bewegung und Spielspaß (Wii).
Vergleichsweise zögerlich lassen sie sich auf hochpreisige High-Tech-Konsolen ein, die mehr bieten als nur Videospiele. Sowohl Xbox 360 als auch Sony PS3 wollen regelrechte Entertainment-Center für das Wohnzimmer sein, mit überlegenen grafischen Kapazitäten, Online-Funktionalitäten und Mediacenter-Kapazitäten bis hin zu HD-fähigen Film-Playern (Xbox 360: HD-DVD, PS: Blu-ray).
In den USA kostet die Wii 250, die Xbox 360 aktuell ca. 400 Dollar. Sonys PS2 ist ab 130 Dollar zu haben, die PS3 (60 GB) ab 600 Dollar.
pat
Korrektur: Im letzten Satz dieses Textes war fälschlicherweise von einem Preis von 400 US-Dollar für Nintendos Wii die Rede. Richtig ist der jetzt angegebene Preis von etwa 250 US-Dollar.