Spielzeug: Maus, da bist du platt - DER SPIEGEL
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Spielzeug Maus, da bist du platt

Sie suchen noch ein, zwei Geschenkchen für 34,48 Euro bis 300.000 Dollar? Beides kein Problem: Von wahrhaft bewegenden Spielideen für die ganze Familie über Weihnachtsschmuck von Lamborghini bis zum Edel-Mediacenter von B&O hätten wir da noch ein paar Ideen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Gerüttelt und geschüttelt

Gehören Sie auch zu jenen, denen PC-Spiele nur mit Force-Feedback-Joystick Freude bereiten und die sich Sonys Playstation 3 nur deshalb nicht kaufen werden, weil der neue Playstation-Controller keinen Vibrationseffekt mehr hat? Dann hat das US-Edel-Kaufhaus FAO Schwarz jetzt das perfekte Weihnachtsgeschenk für Sie: den Morphis ESP Motion Simulator. Der soll so einiges in Bewegung setzen. Unter anderem seinen Eigentümer samt sieben Gästen.

Die soll der 3,6 Tonnen schwere Simulator mithilfe eines aufwendigen Hydraulik-Systems ordentlich durchschütteln. Damit man sich dabei nicht vorkommt wie ein Martini im Mixer, wird das aufrüttelnde Erlebnis von einer audiovisuellen 3D-Show untermalt. Die soll, in bester Jahrmarkt-Manier, Flüge über ferne Planeten und durch irdische Canyons simulieren. Für's diesjährige Weihnachtsfest kommt dieses 300.000 Dollar-Geschenk allerdings zu spät, denn die Lieferzeit beträgt mindestens vier Wochen. Aber wer weise voraus plant, legt ja ohnehin schon im Januar die ersten Geschenke für das kommende Christfest auf Halde. Die sollte allerdings groß genug sein, falls das Monstrum für die lieben Kinderchen gedacht sein sollte: Der Koloss lässt sich schwer verstecken.

Mediacenter á la B&O

Zugegeben: Ganz taufrisch ist das Mediacenter Beomedia 1 des dänischen AV-Herstellers Bang & Olufsen nicht mehr. Doch erst jetzt rückt das Traditionsunternehmen eine Mac-kompatible Version heraus. Die könnte das Gerät tatsächlich auch dem einen oder anderen Apple-Anwender schmackhaft machen. Nicht zuletzt, weil das ganz schwarz-in-schwarz gehaltene Gehäuse perfekt mit dem aktuellen und mindestens ebenso schwarzen Top-Modell aus Apple MacBook-Serie harmoniert. Von dem kann sich das Beomedia 1 nun via Netzwerk mit Musik, Fotos und Filmen versorgen und diese auf einem TV-Gerät wiedergeben. Sogar Webseiten kann das Gerät anzeigen.

Wer den ständigen Umweg über das Netz umgehen möchte, darf digitale Medien natürlich auch auf der internen 250 GB-Festplatte des B&O-Mediacenters ablegen. Deren Platz reicht laut Hersteller, um rund 100.000 Fotos und 20.000 Musiktitel digital einzulagern. Schade, dass die eifrigen Dänen vergessen haben, dem Gerät auch gleich einen TV-Empfänger einzupflanzen. Denn eine Videorekorder-Funktion stünde dem Apparat gut zu Gesicht. Insbesondere angesichts des Preises. Den gibt der Hersteller mit 1.970 Euro an. Andere Firmen bieten vergleichbares bei weitem günstiger – nur eben nicht so samtig schwarz.

Im zweiten Teil: Wie Lamborghini Bäume schmückt und wie Schmuck Flachmäuse aussehen können. Weiter...

Mach die Maus platt

Mäuse für mobile Anwendungen gibt es zuhauf. Fast allen gemein ist allerdings, dass ihre Designer nicht sonderlich kreativ waren. In der Regel sehen sie aus wie Standard PC-Mäuse, die zu heiß gewaschen wurden. In der Notebook-Tasche sorgen sie zudem für Unruhe, weil sich ihr Kabel auf Reisen gerne selbstständig macht und sich schlangenartig um Kugelschreiber und Notizblöcke windet. Die neue Bluetooth PC-Card Maus von HP soll all diese Probleme überwinden – oder wenigstens einige davon. Denn besonders hübsch ist auch sie nicht anzusehen.

Allerdings nicht ohne Grund. Ihre Entwickler haben sie so gestaltet, dass sie sich in den PC-Card-Schacht eines Notebooks einschieben lässt. Und das sieht man ihr auch an. Von Ergonomie keine Spur. Dafür verbindet sie sich drahtlos mit dem in vielen aktuellen Notebooks ohnehin vorhandenen Bluetooth-Empfänger und lädt ihren Akku auf, sobald sie wieder im PC-Card-Slot liegt. So ist sie unterwegs stets gut verstaut. Zu einem Preis von 49 Euro keine blöde Sache. Schade nur, dass etliche Notebooks heute gar keinen PC-Card-Slot mehr haben und stattdessen mit dem moderneren ExpressCard-Steckplatz ausgerüstet sind.

Schnelle Nacht, heilige Nacht

Beim italienischen Sportwagen-Hersteller Lamborghini scheint man zu wissen, was sich Sportwagen-Fans zu Weihnachten wünschen. Klar, ein echter Lamborghini wäre den meisten zu teuer, ein Modell zu popelig und ein Wochenende im Leihflitzer ist mitten im Winter auch nicht sonderlich attraktiv. Warum also nicht das weihnachtliche Wohnzimmer im Lamborghini-Style aufpeppen?

Zum Beispiel mit sportlichen Kerzen ab 34,48 Euro das Stück. Ob die allerdings nach heißem Asphalt und verbranntem Öl duften, ist dem Online-Shop der deutschen Lamborghini-Dependance nicht zu entnehmen. Vielleicht sollte man also doch lieber zu den Christbaumkugeln im Dreierpack zu 38,79 Euro greifen. Bei denen dürfte sicher gestellt sein, dass sie keine Gerüche verströmen.

Matthias Kremp