Spielzeug: RSS-Wecker und iPod-Zigarre - DER SPIEGEL
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Spielzeug RSS-Wecker und iPod-Zigarre

Der moderne Mensch mit Hang zu digitalem Spielzeug kann sich neuerdings sogar mit einem RSS-fähigen Wecker aus dem Schlaf reißen lassen. Oder er greift zum Luxus-Streaming-Client für seine sensiblen Ohren. Oder einfach zur iPod-Zigarre.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

iPod, have a cigar

Wenn die Form auf den Klang schließen ließe, produzierte Maxells Boom-Box MXSP-1000  einen runden, tunnelig röhrenden Sound. Die Grundlage ist unverkennbar eine 60 Zentimeter lange Röhre, in deren Enden die Lautsprecher eingelassen sind.

Deren Membranen werden von einem Verstärker mit 2 x 4,8 Watt Ausgangsleistung in Bewegung gesetzt. Auf der Oberseite befindet sich ein iPod-Dock. Aha! Schießt es mir da durch den Kopf, iPods sind doch vornehmlich in den Un-Farben Weiß und Schwarz gehalten. Weshalb ist die Röhre dann so unpassend in Silber lackiert? Wohl, um auf den Werkstoff Aluminium hinzuweisen, aus dem sie gefertigt wird.

Glücklicherweise, so klärt die Pressemitteilung auf, ist die iPod-Röhre auch in Schwarz und Weiß zu bekommen. Allen drei Farb-Varianten ist gemein, dass man sie über eine Mini-Klinkenbuchse auch von MP3-Playern anderer Hersteller aus mit Musik befeuern und mithilfe des mitgelieferten Standfußes an die Wand schrauben kann. Der Verkauf startet am 25. November. Vorerst allerdings nur in Japan. Einen Preis mochte der Hersteller, trotz des nahen Verkaufsbeginns, noch nicht nennen.

Einen Wecker hat ja jeder, aber kann Ihrer auch Wettervorhersagen, RSS-Feeds oder eine Diashow-Funktion. Braucht man aber, lernt man im zweiten Teil. Weiter...

Der Widget-Wecker

Digitale Radiowecker bekommt man heutzutage an jeder Ecke. Doch ein Gerät wie die WidgetStation  ist bisher einmalig. Via Internet-Verbindung gleicht sich die Uhrzeit auf eine Millisekunde genau ab und besorgt sich die aktuelle Wettervorhersage.

So weit, so gut. Zusätzlich kann sich aber auch mit dem Terminkalender auf dem PC synchronisieren sowie MP3s von dessen Festplatte abspielen. Alls das findet auf dem linken, monochromen, Display statt. Die Funktion des rechts angebrachte Farbbildschirmchens hingegen wird von "Widget" genannten Mini-Programmen gesteuert. Die können beispielsweise Fotos anzeigen, Internet-Radiostationen abspielen oder die neuesten Nachrichten via RSS-Feed auf das Display laden. Wer mag und es sich zutraut, kann sich sogar eigene, maßgeschneiderte Widgets stricken. Ach ja, wecken kann die WidgetStation auch. Der Verkauf soll Anfang 2007 losgehen.

Sie gehören zur wachsenden Heerschar der akut Larifari-Radio-Geschädigten? Kein Problem: Streaming-Clients verbinden die musikalisch facettenreiche Web-Welt und Stereoanlage. Die neueste Generation ist richtig was für Audiophile. Weiter...

Streaming-Client für Audiophile

Geräte, mit denen sich Musik vom Computer via Netzwerk auf die Hifi-Anlage transportieren lässt, gibt es in reicher Formen-Vielfalt. Fast allen gemein ist jedoch, dass sie vornehmlich mit Blick auf ihre digitalen Fähigkeiten konstruiert wurden. Beim "Transporter"  verfolgte der Hersteller Slim Devices offensichtlich einen anderen Ansatz. Zwar verfügt auch dieses Gerät über einen Ethernet-Anschluss und ein WLAN-Modul, doch die sind nur Mittel zum Zweck. Viel mehr Zeit – und Geld – wurde dagegen den klangbildenden Komponenten gewidmet. So wurde ein AK4396 "Miracle DAC" als Digital-Analog-Konverter ausgewählt, den der Hersteller als extrem rauscharm beschreibt.

Tatsächlich ist man von dessen Qualität so überzeugt, dass man ihn, über den Umweg der digitalen Eingänge, auch für externe Geräte nutzen kann. Für akkurates Timing der digitalen Signalwege haben die Konstrukteure nach eigenen Angaben gesorgt, indem sie intern anstelle eines digitalen ein analoges Zeitsignal verwenden. Beeindruckend präsentiert sich auch die Rückseite, auf der unter anderen symmetrische AES/EBU-Buchsen prangen, wie man sie aus dem Profi-Bereich kennt.

Wie nicht anders zu erwarten, erschließt Slim Devices durch die hochwertige Ausstattung auch einen ganz neuen Preisbereich im Audio-Streaming. Mit 1999 Euro gibt der deutsche Distributor Higoto den Verkaufspreis an. Zum Vergleich: Bisher lagen selbst hochpreisige Geräte dieser Klasse nur knapp über 300 Euro. Ob sich der Aufpreis für den Transporter lohnt, dürfte maßgeblich vom Audiomaterial abhängen. Wer sich MP3-Dateien in lausiger Qualität aus Tauschbörsen besorgt, darf auch von einem Highend-Gerät keine Wunder erwarten.

Wer gern die Frisuren diverser Insekten im Detail begutachtet und dokumentiert, wird iLoupe lieben: Die Digi-Knipse mit Mikroskop-Funktion bietet 150-fache Vergrößerung. Weiter...

Das Digiskop

Wer hat nicht gerne in seiner Kindheit Käfer und Krabbeltiere mit der Lupe beäugt? Dokumente dieser Feldforschung fehlen allerdings meist. Da hat man es heute besser. Beispielsweise, wenn man die iLoupe-Digitalkamera von Aven Inc. benutzt. Eigentlich ist die nichts anderes als eine Canon SD600-Digicam mit sechs Megapixeln Auflösung – allerdings mit einige Modifikationen. Die wichtigste: Ein aufsteckbares Mikroskop-Modul, welches Vergrößerungsfaktoren von 60 bis 150 ermöglicht.

Damit wird auch das kleinste Haar einer Fliege, der man letztes natürlich nicht krümmen würde, bildschirmfüllend abgebildet und digital archiviert. Statt an den Spieltrieb naturwissenschaftlich interessierter Kinder dachten die Entwickler bei ihrer Konstruktion aber eher an ernsthafte Anwendungen. So soll die iLoupe beispielsweise von Forensikern genutzt werden, um noch am Tatort nach mikroskopischen Spuren des Täters zu fahnden. Ebenso könnte sich im industriellen Bereich in der Qualitätssicherung oder bei aufspüren von Fehler in Fertigungsprozessen helfen. Schade. Meine Kinder hätten ihren Spaß daran.