Spielzeug: Table-Dance am USB-Port - DER SPIEGEL
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Spielzeug Table-Dance am USB-Port

Eine sich an der Stange abarbeitende USB-Schönheit soll kleinen und großen Jungs die drögen Stunden am Rechner versüßen. Weiteres Spielzeug: Ein mysteriöses Gerät von BMW, Wanderschuhe mit eingebautem Rettungsknopf und ein MP3-Player im Kreditkartenformat.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

BMWs Was-ist-das?-Maschine

Die Bayerischen Motorenwerke demonstrieren, dass auch sie verstanden haben, was es heißt, im Vorfeld einer Neuvorstellung Erwartungen zu schüren. So wird auf der internationalen Website des Auto-Konzerns unter dem Titel „Anticipation Approach“  sehr geheimnisvoll ein offensichtlich elektronisches Spielzeug präsentiert. Um was genau es sich dabei handelt, lässt die aufwendige Animation freilich offen. Stattdessen fliegen Schlagworte wie USB, DVD, Bluetooth, Spracherkennung und MP3 über den Bildschirm. Das angepriesene Gerät selbst morpht dabei von einer Form in die andere, so dass nicht Mal mit viel gutem Willen zu sagen wäre, worum es sich handeln könnte. Ein Außenspiegel mit MP3-Funktion vielleicht? Oder ein Navigationsgerät mit Webcam? Worum es sich bei dem mysteriösen BMW-Gerät tatsächlich handelt, will der Hersteller erst Mitte Januar verraten. Das passt prima, denn am 13.1. beginnt in Detroit die North American International Auto Show, die wichtigste Auto-Messe der USA.

Tanz mir den USB

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendeine neue Absonderlichtkeit für den USB-Port auf den Markt kommen. Die meisten davon sind so grausig, dass man sie keiner Erwähnung würdigen sollte. Manchmal aber, lassen die Entwickler ihrer kruden Phantasie so hemmungslos freien Lauf, dass man nicht umhin kommt, ihre schrägen Erfindungen öffentlich zu machen. Der USB Pole Dancer  ist so etwas. Mehr oder weniger passend zur Musik, die man per PC oder MP3-Player einspeist, dreht hier eine schlecht gemachte Barbie-Kopie ihre Runden. Wichtig: Die Musik muss laut genug sein, um das Geknarze des Elektromotors zu übertönen. Wie das in Echtzeit aussieht, haben die Damen von Shiny Shiny auf Video festgehalten . Voll erotisch, oder?

Weiter im zweiten Teil: Ein superflacher MP3-Player, ein Wunderding für Laptops und Schuhe mit Panikknopf

Notebook-Tuning

Notebook-Anwender stehen bei der Auswahl ihres mobilen Rechenknechts immer noch vor einem Dilemma. Trotz stetig steigender Leistung mobiler PC-Komponenten fehlt eigentlich immer irgendetwas. Entscheidet man sich beispielsweise für einen kleinen leichten Laptop mit langer Akku-Laufzeit und leisem Lüfter, kann man Spiele vergessen. Abgesehen von Solitär läuft kaum ein Game zufriedenstellend.

Greift man dagegen zum hochgerüsteten Gaming-Notebook mit Doppelgrafik und Highend-CPU, leidet nicht nur das Portemonnaie. Auch Rücken und Nerven werden von dem hohen Gewicht und kreischenden Ventilatoren arg strapaziert. Abhilfe könnte Asus mit der XG Station schaffen. Kommende Woche auf der CES in Las Vegas soll das Gerät erstmals offiziell enthüllt werden. Was bisher darüber bekannt ist, gibt Grund zur Hoffnung: Mit integriertem Grafikchip, Dolby Digital-Sound und USB 2.0 könnte das kleine Wunderkästchen müde Büro-Laptops in spritzige Multimedia-Maschinen transformieren – wenn Leistung und Preis stimmen. Ob sie das tun, erfahren wir nächste Woche.

Flacher Sound

Mit dem Wallet MP3-Player bringt die israelische Firma Walletex  den nach eigenen Angaben flachsten Audio-Player der Welt heraus. Etwa so groß und kaum dicker als eine Kreditkarte soll der Winzling bequem in Portemonnaie oder Brieftasche Platz finden. Durch dieses Design, so glauben die Erfinder, ist der Player quasi unverlierbar. Warum er dennoch Staubdicht und Wasser-resistent konstruiert wurde, bleibt das Geheimnis des Herstellers, könnte aber mit der Lage des Entwicklungslabors nahe dem Mittelmeerstrand von Tel Aviv zusammenhängen. Der große Clou ist allerdings, dass dem Gerät ein einziger USB-Anschluss als Kontakt zur Außenwelt genügt. Über den wird der Player nicht nur mit Musik und Strom beladen, sondern er dient außerdem als Anschluss für Kopfhörer. Die Kapazität gibt Walletex mit 128 MB bis 2 GB an. Im normalen Handel dürfte die MP3-Flunder dennoch kaum auftauchen. Der Hersteller sieht ihn offenbar eher als Firmengeschenk. Schließlich lassen sich Vorder- und Rückseite vollflächig mit Werbung bedrucken.

These boots are made for...

...walking? Auch. Aber das ist nur ein Nebeneffekt. Weil das eben Schuhe sind. Vor allem aber sind diese Fußbekleidungsstücke Ortungsgeräte. In Ihren Sohlen hat der Hersteller einen GPS-Empfänger samt Sender verbaut, der jederzeit darüber Auskunft geben kann, wo sich der Träger des Schuhs aufhält. Das soll nicht etwa dazu dienen, fremdgehende Ehemänner oder schwarz arbeitende Monteure aufzuspüren. Stattdessen soll der Träger dieser Schuhe im Falle eines Notfalls per GPS blitzschnell lokalisiert werden, so dass man ihm Hilfe schicken kann. Dazu muss man allerdings den Panik-Knopf erreichen, der in die Flanke des Schuhwerks eingearbeitet ist. Ein wenig gelenkig sollte man also sein. Ohnehin kommen nur 1000 Menschen in den Genuß, so viel Hightech mit Füßen treten zu können. Die Erstausgabe der Compass Global 1000 benannten Treter hat der Hersteller Isaac Daniel  auf 1000 Stück begrenzt. Weniger begrenzt dürfte allerdings der Preis pro Paar sein. Über den schweigt sich der Hersteller vornehm aus.

Matthias Kremp