TV-Technologie: Kontrast ohne Ende - DER SPIEGEL
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TV-Technologie Kontrast ohne Ende

Kleine Änderung, große Wirkung: Statt sogenannter CCFL-Lampen sollen künftig LEDs im Flachbildfernseher das Bild erhellen, für realistischere Farben und Verläufe sorgen und nebenbei die Umwelt schonen - nicht aber den Geldbeutel.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Was für ein fantastisches Marketing-Argument: Den Kontrastumfang ihres neuen LCD-TV-Geräts geben die Dolby Laboratories mit "unbegrenzt" an. Endlich sei damit Schwarz als echtes tiefes Schwarz und Weiß als strahlend helles Weiß darstellbar.

Bisher ist dieser Trick kaum einem TV-Hersteller gelungen. Stattdessen schraubten die Firmen die Kontrastangaben ihrer Geräte künstlich in die Höhe, indem sie die Helligkeit über die Hintergrundbeleuchtung ihrer LCD-Flachbildfernseher regulieren. In dunklen Filmpassagen werden die Lampen gedimmt, ist der Bildinhalt hell, wird auch die Leistung der Beleuchtung erhöht.

Echtes Schwarz bekommt man auf diese Weise aber auch nicht hin, weil die Hintergrundbeleuchtung bislang stets als Ganzes geregelt werden musste. Zudem gaben die Lämpchen auch im dunkelsten Zustand noch ein schwaches Glimmen von sich.

Das Licht von 4000 Kerzen

Diese Hürde wollen die Dolby-Entwickler nun gemeinsam mit dem Projektorenhersteller SIM2 Multimedia genommen haben. Demnach haben die beiden Firmen eine neue Hintergrundbeleuchtung auf Basis dimmbarer LEDs konstruiert. Die ermöglicht es, die LEDs einzeln von "komplett aus" bis "volle Helligkeit" zu regeln. Die Regelung selbst ist dabei so feinfühlig ausgelegt, dass sie unterschiedliche Helligkeitsabstufungen feiner darstellen können soll als alle bisherigen Technologien.

Insgesamt 1838 LEDs sorgen in einem von Dolby in New York gezeigten Prototyp auf diese Weise dafür, bisher undenkbare Kontraste darzustellen. Zudem, so die Hersteller, sei das Gerät in der Lage, eine Helligkeit von 4000 Candela pro Quadratmeter zu erzeugen. Bisher liefern LCD-Fernseher nur etwa 500 Candela pro Quadratmeter, leuchten also mit der Helligkeit von 500 Kerzen pro Quadratmeter.

Samsung ist schon weiter

Noch allerdings handelt es sich bei dem Gerät nur um einen Prototyp, der potentiellen Kunden den Mund wässrig machen soll. Das südkoreanische Unternehmen Samsung ist da schon ein paar Schritte weiter, bietet schon jetzt TV-Geräte an, die auf einer ganz ähnlichen Technologie basieren.

Als LED Smart Lighting bezeichnen die Asiaten bei ihren Geräten den technischen Kniff, der den Kontrast ganz ähnlich in die Höhe schraubt wie das von Dolby entwickelte Verfahren. Allerdings gibt man sich bei Samsung verhältnismäßig bescheiden, vermeldet ein Kontrastverhältnis von "nur" 1:500.000. Die maximale Helligkeit beträgt zudem durchschnittliche 450 Candela pro Quadratmeter, kann mit den Angaben von Dolby bei weitem nicht mithalten.

Energiesparen durch LED-Lampen?

Vor allem aber vermeldet Samsung, dass durch den Einsatz der LED-Hintergrundbeleuchtung gut 20 Prozent weniger Strom verbraucht werden soll als bei herkömmlichen Leuchten. Dieses Argument dürfte den potentiellen Käufern der Samsung-Kontrastriesen am Portemonnaie vorbeigehen. Denn aktuell hat das Unternehmen nur zwei Modelle mit der Extraportion Kontrast im Angebot.

Schon die kleine Variante mit 132 Zentimeter Bilddiagonale will mit knapp 4500 Euro bezahlt werden. Die 178-Zentimeter-Version kostet gar 40.000 Euro. Wer solche Summen ausgibt, dürfte kaum einen Gedanken daran verschwenden, dass das Luxus-TV-Gerät im Betrieb satte 540 Watt aus der Stromleitung zieht.

mak