Allianz mit Apple Sun Microsystems sticht Microsoft aus
San Francisco - Apple-Chef Steve Jobs versprach in einem überraschenden Auftritt auf der Entwicklerkonferenz JavaOne am Dienstag in San Francisco, sein Unternehmen werde Java in das neue Betriebssystem MacOS X integrieren: "Wir arbeiten hart daran, um den Apple Macintosh zur besten Java- Maschine auf dem Planeten zu machen."
Die Java-Sprache von Sun steht im Zentrum eines Konkurrenzkampfs mit dem führenden Softwarekonzern Microsoft. Mit ihrer Hilfe lassen sich auf das Internet und andere Netzwerke zugeschnittene Programme und Anwendungen entwickeln. Ein öffentliches Bekenntnis von Apple zur Java-Technologie von Sun galt bislang als unwahrscheinlich, da Apple und Microsoft seit drei Jahren eng kooperieren. Microsoft hatte sich im August 1997 mit 150 Millionen Dollar (rund 310 Millionen Mark) an der damals angeschlagenen Apple Computer Inc. beteiligt.
Sun-Chef Scott McNealy sagte vor rund 20.000 Software- Entwicklern und Medienvertretern, die durch Microsoft-Programme transportierten Computerviren "I Love You" und "Melissa" hätten durch ein besseres Sicherheitskonzept gestoppt werden können. Bei einem Einsatz von Java-Technologie hätte es nicht zu einer solchen weltumspannenden Attacke kommen können. Java soll nach den Vorstellungen von McNealy künftig auch im Markt der Computerspiele eine größere Rolle spielen.
Passend dazu stellte Shoichiro Irimajiri, Vice Chairman von Sega Enterprises, auf der Konferenz Java für die Dreamcast-Spielekonsole von Sega vor. Außerdem kündigte der Unterhaltungselektronikkonzern Sony ein Java-Mobiltelefon an. Die Kreditkartengesellschaft American Express will Java auf seiner "Bluecard" einsetzen. Nach Angaben der Marktforschungsfirma International Data Corp. arbeiten weltweit 2,5 Millionen Software-Entwickler mit Java, im Jahr 2003 sollen es vier Millionen sein.