AOL contra Telekom: Die Flatrate muss her - DER SPIEGEL
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AOL contra Telekom Die Flatrate muss her

Bis zu 400.000 neue Arbeitsplätze könnten in Deutschland rund um das Internet entstehen - wenn das Netz zu einem günstigen Pauschaltarif erreichbar wäre.
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Hamburg - Zu diesem Ergebnis kommt eine jetzt veröffentlichte Studie der Universität Potsdam, die vom Online-Dienst AOL Europe  in Auftrag gegeben wurde. Voraussetzung für den Wachstumsschub sei ausschließlich die Einführung eines zeitlich unbeschränkten Internet-Zugangs zum Festpreis, der so genannten Flatrate.

Bei den führenden Online-Diensten in Deutschland, T-Online und AOL, fallen neben Pauschaltarifen für die Onlinenutzung noch immer zeitabhängige Telefongebühren von bis zu 3,9 Pfennig pro Minute an. Andere Provider wie Mannesmann Arcor bieten zwar bereits Pauschaltarife für Internetsurfer an. Allerdings liegen hier die Preise mit 149 Mark im Monat deutlich über den Kosten, die etwa in den USA für einen zeitlich unbefristeten Online-Zugang anfallen. AOL und andere Internet-Anbieter machen die Tarif-Politik der Deutschen Telekom  dafür verantwortlich, dass bislang keine preisgünstige Flatrate angeboten werden kann.

Die Studie, die von Professor Paul Welfens geleitet wurde, kommt zum Ergebnis, dass die "Internet-Nutzung in Deutschland bei Haushalten und Unternehmen deutlich unterhalb des Optimums" bleibe. In allen OECD-Ländern zeige sich ein "deutlich negativer Zusammenhang: Je höher die Netzpreise - desto geringer die Internet-Nutzung", heißt es in dem Gutachten.

Im internationalen Vergleich von zehn EU-Ländern sei Deutschland in den Abend- und Nachstunden hinter Spanien am zweitteuersten. Sollte die Flatrate kommen, könne durch um 20 bis 50 Prozent reduzierte Telefongebühren allein das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 Prozent oder 19 Milliarden Mark steigen. Der reine Beschäftigungseffekt würde sich auf bis zu 400.000 Arbeitsplätze belaufen.

"Das Internet kann Deutschland ein zweites Wirtschaftswunder bescheren und schon kurzfristig zu einem radikalen Abbau der Arbeitslosigkeit führen", sagte der Chef von AOL-Europe, Andreas Schmidt. Deutschland habe die einmalige Chance auf eine europaweite Spitzenposition in der Informationsgesellschaft. "Das Internet ist die Jobmaschine der Zukunft."

Schmidt forderte die Bundesregierung als Mehrheitsaktionär der Deutschen Telekom auf, jetzt zügig die letzten Hindernisse für eine breite Nutzung des Internet aus dem Weg zu räumen. "Wir brauchen in Deutschland eine Flatrate - einen Pauschalpreis für den Zugang zum Internet."

Die Deutsche Telekom hatte am Mittwoch bestätigt, dass sie an der Einführung eines eingeschränkten Pauschaltarifs für Internet-Nutzer arbeitet. Dabei will die Telekom allerdings nur den langsamen ISDN-Datenkanal D nutzen, um den Rechner mit dem Internet zu verbinden.

Dieser Plan stößt bereits auf scharfe Kritik, unter anderem bei der Verbraucherinitiative "Internet ohne Taktung " (IoT). "Wenn die Telekom ihre derzeitigen Pläne verwirklicht, gibt es keinen echten Pauschaltarif, sondern eine Mogelpackung auf veraltetem technischen Niveau", rügte der Sprecher von IoT, Philipp Sudholt.

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