Audiosuche: Mit Yahoo nach Tönen fahnden - DER SPIEGEL
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Audiosuche Mit Yahoo nach Tönen fahnden

Im Duell der Suchmaschinen hat Yahoo jetzt eine neue Waffe entwickelt: die Audiosuche. Die Funktion spürt nicht nur Podcasts und O-Töne von Walter Ulbricht auf, sondern auch Songs in kommerziellen Musikshops - Preisvergleich inklusive.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

50 Millionen Audio-Dateien hat Yahoo bereits in seinen Index aufgenommen - er umfasst historische O-Töne von Politikern, Interviews, Nachrichtensendungen, Podcasts und Musik. Mit der neuen Audiosuche, derzeit noch in der Beta-Version, setzt Yahoo die Konkurrenz bei Google und Microsoft (MSN Search) unter Druck: Dort gibt es bislang keine spezielle Funktion für Soundfiles.

Wer häufig Musik im Internet einkauft, kann die Audiosuche zum schnellen Preisvergleich nutzen. Yahoo hat den Katalog großer Anbieter wie MSN Music und iTunes komplett in den eigenen Index übernommen - einschließlich der Preise. So sieht der Suchende auf einen Blick, wo es den Song zu welchem Preis gibt; Links führen direkt in den jeweiligen Shop. Der Musikfan benötige so nur noch eine Anlaufstelle, sagte Bradley Horowitz, Entwicklungschef bei Yahoo.

Auch kleinere Labels können ihre Titel in dem Yahoo-Katalog listen lassen - dazu dient ein spezieller RSS-Dienst für Media-Dateien.

Für deutsche Käufer ist die neue Suche in Musikshops derzeit noch nicht zu gebrauchen, denn es sind vorerst nur US-Anbieter aufgeführt.

Yahoo hatte erst vor drei Monaten in den USA einen eigenen Abodienst gestartet, bei dem Nutzer für sieben Dollar pro Monat unbegrenzt Titel herunterladen können. Sobald das Abo gekündigt wird, erlöschen jedoch auch die Wiedergabelizenzen der durch Digitales Rechtemanagement geschützten Dateien. Ähnliche Angebote gibt es unter anderem von Napster und Realnetworks - allerdings noch nicht in Deutschland.

Entwicklungschef Horowitz betonte, dass bei der Suche das Yahoo-Angebot keine Extra-Behandlung bekomme: "Bei der Suche sind wir wie die Schweiz. Wie können da niemanden bevorzugen."

Die Suchfunktion lässt sich gut verfeinern. So kann gezielt nach Podcasts, Musik und sonstigen Soundfiles gefahndet werden. Auch Länge und Format der Datei können eingestellt werden - zum Beispiel MP3, WMA, Midi oder AAC.

Nicht immer liefert eine Suchanfrage aber tatsächlich passende Treffer. Mitunter sind die angeblich gefundenen MP3-Dateien mit Originaltönen von Helmut Kohl gar nicht mehr vorhanden, oder aber man landet auf einer Seite mit vermeintlich witzigen Sprüchen für den Anrufbeantworter.

Die Suche nach Walter Ulbricht bringt immerhin einen Volltreffer: "Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, nur kopieren müssen?", tönt es aus den (West-)Lautsprechern. "Ich denke, Genossen, mit der Monotonie des Yeah, Yeah, Yeah sollte man doch Schluss machen."