Australian Open: Maulkorb fürs Internet - DER SPIEGEL
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Australian Open Maulkorb fürs Internet

Die Australian Open wollen sich ihr Tennis-Monopol im Internet sichern - und schrecken dabei auch vor Klagen nicht zurück.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Melbourne - Wer im Internet Informationen über die Australian Open verbreitet, könnte schon bald Ärger mit den Organisatoren des Grand-Slam-Turniers bekommen. Wie der australische Tennisverband Tennis Australia am Montag mitteilte, soll gegen jeden gerichtlich vorgegangen werden, der auf seinen Webseiten mehr als nur Berichte über das Tennisturnier verbreitet.

Demnach dürfen weder Mitschriften der täglichen Pressekonferenzen noch Spielstatistiken im Internet veröffentlicht werden. Sogar Turnierpläne hätten, so die Organisatoren, auf anderen Internetseiten nichts verloren. Derartige Informationen sollen allein den offiziellen Seiten des Turniers  vorbehalten bleiben.

Im Falle eines Verstoßes gegen diese Richtlinien müssten Medienvertreter mit dem sofortigen Widerruf ihrer Akkreditierung rechnen. "Falls nötig, werden wir auch rechtliche Schritte einleiten", so die am ersten Tag des Turniers verteilte Erklärung.

Lysette Shaw, PR-Managerin des Turniers, preist den Zensurversuch im Internet sogar als "Zeichen der Zeit". In einem derartig progressiven Medium müssten die eigenen Investitionen besonders gesichert werden. Ob das durch einen Maulkorb für andere Anbieter, die auf ihren Seiten ja auch Werbung für das Turnier machen, gelingen kann, scheint mehr als fraglich.