"Beam me up" oder: Wie kommt das Video ins Wohnzimmer? - DER SPIEGEL
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"Beam me up" oder Wie kommt das Video ins Wohnzimmer?

Geht es nach Bill Gates, dann wird Microsoft mit der "Windows Media Center Edition" bald auch im Wohnzimmer für die Unterhaltung zuständig sein. Wer lieber auf bereits vorhandene Technik setzt, kann selbst Hand anlegen und Videos oder Musik vom Rechner in die gute Stube übertragen.
Von Michael Voregger
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Noch ist der Computer nicht die zentrale Schaltstelle im Wohnzimmer, denn die meisten Anwender haben ihn unter dem Schreibtisch stehen oder im Arbeitszimmer. Allerdings füllen im digitalen Zeitalter immer mehr Videofilme und Audiodateien die heimische Festplatte. Da bleibt nur das Problem, die Daten zum Fernseher zu übertragen, denn der monumentale Hollywoodschinken macht auf dem Computermonitor keine besonders gute Figur. Auf Dauer ist es auch etwas beschwerlich, den Arbeitsrechner jedes Mal zum Filmabend ins Wohnzimmer zu verfrachten.

Neben dem Rechner mit den bewegten Bildern benötigt der Anwender im Wohnzimmer einen Empfänger, der die Daten anschließend an den Fernseher überträgt. Verschiedene Hersteller bieten mittlerweile solche "Streaming-Boxen" ab etwa 140 Euro an. Die Geräte arbeiten ohne Lüfter und bringen Videos, Musik und Fotos lautlos vom Rechner auf den Fernseher. Mit einer eigenen Bediensoftware lassen sich per Fernbedienung die einzelnen Anwendungen aufrufen. Manche DVD-Player sind ebenfalls in der Lage, die Daten zu empfangen und weiterzugeben. Der dänische Hersteller KiSS rüstet seine Geräte (ab etwa 250 Euro) gleich mit einem Netzwerkanschluss aus, die Player unterstützen alle gängigen Formate.

Wer in seinem Wohnzimmer eine Xbox zum Spielen aufgestellt hat, der besitzt bereits eine Streaming-Box mit vielerlei Qualitäten. Im Inneren der Konsole arbeitet ein Kleincomputer, und die schwarze Kiste kommt mit fast allen Formaten von DivX, XviD bis MPEG klar. Damit sie als Empfangsstation dienen kann, ist allerdings der Einbau eines modifizierten Chips notwendig, der etwa 60 Euro kostet.

Solche Umbauten werden von verschiedenen Firmen vorgenommen, die auch komplette Systeme ab etwa 260 Euro anbieten. Es geht allerdings auch anders, und wer noch einen zweiten Rechner besitzt, kann diesen einfach neben den Fernseher stellen und entsprechend konfigurieren. Allerdings dürften hier nur die Freunde des Actionkinos wirklich auf ihre Kosten kommen, denn der Lüfter zerstört in schöner Regelmäßigkeit das romantische Liebesgeflüster anspruchsvoller Filmkunst.

Datenwege

Hat der Anwender sich für eine Lösung entschieden, bleibt immer noch die Frage, über welchen Weg die Daten vom Rechner im Arbeitszimmer zu der Empfangsstation im Wohnzimmer gelangen. Videos sind dabei durchaus anspruchsvoll, und die Wiedergabe in DVD-Qualität verlangt eine Datenrate von vier bis sechs MBit in der Sekunde. Die einfachste und sicherste Variante ist das klassische Netzwerkkabel, das Daten in einer für Videos ausreichenden Geschwindigkeit überträgt.

"Fast-Ethernet" zwischen zwei Rechnern erfordert zwei Netzwerkkarten, ein entsprechendes Kabel und kostet insgesamt kaum mehr als 40 Euro. Damit das Kabel nicht zur Stolperfalle wird, muss es natürlich entsprechend verlegt werden, was nicht jedermanns Sache ist.

Der Transfer über "Wireless Lan" ist mit Sicherheit die elegantere Alternative, aber dabei sind einige Dinge zu beachten, damit das Bild nicht ins Stocken gerät. Der ältere WLan-Standard (IEEE 802.11.b) schafft bei einer guten Verbindung etwa fünf MBit/s, was bei DVD-Qualität schon etwas zu knapp sein dürfte. Aktuelle Produkte (IEEE 802.11g) arbeiten bereits mit 20 MBit/s und garantieren ein ruckelfreies Bild.

Allerdings entscheidet hier auch die Umgebung und bei besonders großen Entfernungen, vielen Mauern oder dicken Wänden bleibt der Videostream auf der Strecke. In einer normalen Wohnung sollten 15 Meter kein Problem darstellen, aber dafür ist der Spaß mit etwa 150 Euro auch nicht gerade preiswert.

Die Linktipps im obigen Kasten vertiefen die hier nur angerissenen Möglichkeiten.

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