Bertelsmann-Chef: "Wir halten Lycos die Stange" - DER SPIEGEL
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Bertelsmann-Chef "Wir halten Lycos die Stange"

Lycos galt einst als eines der hoffnungsvollsten Unternehmen der Internetbranche - in den letzten Monaten erwiesen sich seine Aktien jedoch als Geldanlage für Menschen mit extrem starken Nerven. Doch Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff will sein Engagement sogar noch verstärken.
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Als Lycos im Mai von der spanischen Firma Terra Networks übernommen wurde, sagte Bertelsmann eine saftige Finanzspritze zu. Eine Milliarde Dollar wollte das deutsche Medienunternehmen innerhalb der kommenden fünf Jahre in Werbung und E-Commerce-Angebote stecken. Die Summe wurde bereits im Juni wieder von Terra relativiert.

Die Bertelsmänner planten, "nur noch" 325 Millionen Dollar zu investieren, hieß es. Die Differenz, die nötig wäre, um Lycos am Leben zu halten, sollte von Terras Muttergesellschaft Telefónica kommen. In Spanien rechneten die Finanzjongleure fest damit, dass sich die Deutschen zurückziehen würden.

"Das wird auf keinen Fall eintreten", schob Middelhoff jetzt allen Spekulationen einen Riegel vor. Er unterstrich, dass es bei der Zusage bleiben werde. Zudem wolle Bertelsmann in den kommenden drei Jahren bei Terra und Lycos zu einer "festen Größe" werden. Hintergrund ist das Ziel der Bertelsmänner, mehr Internetsurfer auf ihr eigenes Portal zu locken. Dafür ist das Engagement bei Terra-Lycos von strategischer Bedeutung.

Die Lycos-Europe-Aktie fiel in den vergangenen Monaten von ihrem Jahreshoch - kurz nach der Ausgabe Ende März - von 23,60 Euro auf 9,50 Euro.