Berufungsverhandlung: Napster kämpft ums Überleben - DER SPIEGEL
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Berufungsverhandlung Napster kämpft ums Überleben

Die letzten Wochen der Tauschbörse Napster könnten eingeläutet sein: Vor einem US-Berufungsgericht ist die Auseinandersetzung in die nächste Instanz gegangen - zunächst mit altbekannten Argumenten.
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San Francisco - Der erbitterte Rechtsstreit zwischen der US-Musikindustrie und der Internet-Tauschbörse Napster wird fortgesetzt. Vor einem Bundesgericht in San Francisco kämpfte das Internet-Unternehmen am Montag darum, seine Webseite bis zur endgültigen Klärung der Rechtsfrage offen lassen zu dürfen. Der einflussreiche Verband der amerikanische Musikindustrie RIAA forderte dagegen eine sofortige Schließung der Firma.

Napster-Anwalt David Boies, der zuvor die Regierung im Kartellprozess gegen Microsoft vertreten hatte, bestritt in seiner 20-minütigen Erklärung, dass die Internetfirma Urheberrechte systematisch verletzte. Er verglich die Napster-Technologie mit einem Videorekorder, mit dem man auch ohne Probleme mit dem Urheberrecht Aufnahmen für den persönlichen Gebrauch machen könne.

Der Anwalt der Musikindustrie, Russel Frackman, warf Napster dagegen vor, das Programm einzig und allein zum illegalen Austausch von Musikstücken geschaffen zu haben. Andere Firmen hätten im Wettbewerb keine Chance, solange Napster die Musikstücke verschenke.

In dem Streit hatte ein Gericht im Juli zunächst entschieden, dass Napster bis zur endgültigen Klärung seine Webseite schließen muss. Dies war kurz darauf von einem Berufungsgericht widerrufen worden. Seitdem erfreut sich Napster größter Beliebtheit und verzeichnet nach eigenen Angaben mehr als 28 Millionen Nutzer weltweit. Ein endgültiges Urteil wird nach Medienberichten erst in einigen Wochen erwartet.

Napster hatte vor dem Verfahren mehrere Kompromissvorschläge gemacht. So hatte das junge Unternehmen nach eigenen Angaben der Musikindustrie angeboten, eine Monatsgebühr von umgerechnet zehn Mark zu erheben. Diese Erlöse würden mit den Plattenfirmen dann geteilt. Der Vorschlag sei aber abgelehnt worden.

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