Bill Gates: Vom Wunderkind zum Milliardär - DER SPIEGEL
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Bill Gates Vom Wunderkind zum Milliardär

Mit 13 brachte er einer einfachen Rechenmaschine Basic bei. Mit 17 verkaufte er sein erstes Programm. Und mit 19 gründete er Microsoft. Jetzt will Bill Gates zurück zu seinen Wurzeln: dem Programmieren.
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Der reichste Mann der Welt hat sich einen neuen Job besorgt. "Ich kehre zu dem zurück, was ich am meisten liebe - die Konzentration auf Zukunftstechnologien", erklärte der 44-jährige William Henry Gates und ernannte sich zum "Software-Architekten" seiner Firma Microsoft. Den Posten als Firmenchef gab der weltbekannte Unternehmer nach 25 Jahren an seinen "Kronprinzen" Steve Ballmer ab.

Damit kehrt der Mitbegründer des weltgrößten Softwareherstellers zu seinen Anfängen als Programmierer zurück. Der Sohn wohlhabender Eltern aus Seattle im US-Bundesstaat Washington, lehrte schon als Halbwüchsiger an einer einfachen Rechenmaschine die Computersprache Basic. Das brachte dem damals 13-Jährigen den Ruf eines Wunderkindes ein.

Mit 17 Jahren entwickelte er ein Programm für die Stundenpläne seiner Lakeside Schule und verkaufte es für 4200 Dollar. Damit bewies er, dass er schon als Teenager nicht nur Computer programmieren, sondern auch Geschäfte machen konnte.

Während seines Studiums in Harvard verbrachte Gates den größten Teil seiner Zeit mit Computerprogrammen und nächtelangen Pokerspielen. Bereits nach zwei Jahren verließ er die Universität und entwickelte Software für einen Kleincomputer. 1975 gründete er in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico zusammen mit seinem Schulfreund Paul Allen in einem Hotelzimmer die Firma Microsoft, die Computerprogramme entwickelte.

Fünf Jahre später erteilten die Manager des Computerherstellers IBM den jungen, nachlässig gekleideten Programmierern von Microsoft den Zuschlag für ihr PC-Betriebssystem "Microsoft Data Operating System" (MS-Dos), das Microsoft selbst für 50.000 Dollar von einem Programmier erworben und weiterentwickelt hatte. Bei den Verhandlungen setzten Gates und Allen das Recht durch, MS-Dos auch an andere Firmen vergeben zu dürfen.

Viele Computerhersteller machten von dieser Möglichkeit Gebrauch, um ihre PCs mit Hilfe von MS-Dos "IBM-kompatibel" zu machen. Als Folge der von Gates in den Verhandlungen erzielten Rechte eroberte Microsoft auf dem Markt für Betriebssysteme eine beherrschende Stellung.

Im März 1986 ging das Unternehmen dann an die Börse. Ein Jahr später wurde der damals 31-jährige Gates, der heute einen 15 Prozent-Anteil an Microsoft hält, der jüngste Mensch, der eine Milliarde Dollar verdiente. Mittlerweile wird sein Vermögen auf 80 Milliarden Dollar (rund 152 Milliarden Mark) geschätzt. Gates ist verheiratet und Vater einer Tochter.

In den neunziger Jahren entwickelte eine Reihe kleinerer Firmen Internet-Browser - Programme, die PC-Nutzern den Zugang zum Internet ermöglichen. Microsoft kam mit seinem eigenen Browser "Microsoft Explorer" erst später auf den Markt, gewann jedoch bald einen größeren Marktanteil als sein Hauptkonkurrent Netscape.

Wettbewerber klagten daraufhin, Microsoft nutze seine Quasi-Monopolstellung bei den Betriebssystemen, um andere Märkte zu erobern. Diese Anklage ist einer der wichtigsten Punkte im gegenwärtigen Kartellverfahren gegen Microsoft.