Branchengerücht Microsoft plant Online-Festplatten
Microsoft hat es nicht leicht im Moment. Windows Vista ist verschoben, der Aktienkurs will sich nicht rühren, und die Netz-Gemeinde schaut eher Richtung Google, wenn es um Innovation geht. Ein Mann soll das jetzt alles ändern, schreibt "Fortune": Ray Ozzie, der Erfinder von "Lotus Notes" und neue Technologie-Guru im Hause Microsoft. Und Ozzie will vor allem eins: ins Netz.
Windows Live und Office Live waren erst der Anfang, wenn man Gerüchten aus Redmond glaubt. Live Drive soll in etwa das gleiche sein wie das bisher nur gerüchteweise bekannt gewordene Produkt Gdrive von Google: Eine Online-Festplatte mit viel Speicherplatz, auf die der Nutzer über das Netz von überall her zugreifen kann. "Fortune" schreibt: "Microsoft plant Serverfarmen, die riesige Speicherkapazitäten online zur Verfügung stellen sollen." Später heißt es in dem Artikel: "Durch Live Drive könnte all ihre Information - Filme, Musik, Steuerinformationen, eine High-Definition-Videokonferenz mit ihrer Großmutter, was auch immer - von überallher zugänglich sein, auf jedem beliebigen Gerät."
Sinnvoll erscheint eine solche Lösung allemal - gerade in Kombination mit den von Microsoft und seinen Kooperationspartnern eben mit großem Pomp vorgestellten "Ultra Mobile PCs" (UMPC), die unter dem Codenamen "Origami" entwickelt worden waren. Ein drahtlos vernetztes, tragbares Gerät, mit dem Nötigsten an Software und Speicher an Bord - der Rest wird von irgendwoher geholt, wenn es notwendig ist. So oder so ähnlich sieht Ozzies Vision von der Zukunft des digitalen Lebens vermutlich aus. Bleibt die Frage, wie sehr man Riesenunternehmen wie Microsoft und Google vertraut - und ob das Vertrauen reicht, ihnen die Verantwortung für die eigenen Datenbestände zu übertragen.
cis