Buchtipp: Wenn der PC nervt - DER SPIEGEL
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Buchtipp Wenn der PC nervt

Seit 14 Jahren füllt Steve Bass eine Computer-Beratungskolumne in der "PC World". Kein Wunder, dass er nicht nur die Probleme der Technik kennt, sondern auch Lösungen dafür. Bei O'Reilly erschien nun sein "PC Annoyances" in deutscher Übersetzung.
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Von Pop-Ups über Spam, nicht druckenden Druckern bis hin zum Export von Outlook-Adressbüchern in andere Programme, Steve Bass hat eine Lösung in petto. Tatsächlich, und das auch noch knapp und verständlich.

Damit hat sein nun bei O'Reilly in deutscher Übersetzung vorgelegtes Buch Ausnahmecharakter. Mit einer ganz klaren Orientierung auf den ganz normalen Anwender wühlt sich Bass in sieben Kapiteln durch die Wirrnisse der Rechnerwelt. Dabei bemüht er sich nach Kräften, den Leser trotz des trockenen Stoffes nicht einschlafen zu lassen.

Das ist gerade deshalb positiv, weil Bass sich und den Lesern den in vielen IT- und Management-Büchern üblichen "Ich erklär dir den Gag auch zweimal"-Humor amerikanischer Prägung spart. Stattdessen würzt Bass seine Erklärungen mit prägnanten, klaren Werturteilen, die man hier zu Lande als "furztrocken" bezeichnen würde: Der Mann hat einen grimmigen Humor.

Und er hat "Ahnung". Seine Problemlösungen sind knapp und klar formuliert. Dabei macht er aus seinen persönlichen Programm-Präferenzen keinen Hehl, die man schon anhand der schönen Widmung erahnt: "Ich möchte Bill Gates, seinen Microsofties und dem ganzen Imperium aus Redmond danken", schreibt er da. "Ohne sie wäre dieses Buch nicht möglich gewesen (und auch nicht nötig)."

Parteiisch, aber hilfreich

Das hält ihn nicht davon ab, für diverse Probleme mit Microsoft-Programmen pragmatische Lösungen zu bieten, ohne ständig auf Programm-Alternativen zu verweisen. Persönlich mag er darüber weinen, dass er als Eudora-Nutzer immer einsamer wird, doch er weiß, dass seine Leserschaft in Sachen Outlook weitgehend beratungsresistent ist. Er berät sie trotzdem.

Das Buch ist überraschend aktuell in Anbetracht der Tatsache, wie schnell solche Werke nun einmal überaltern. Allerdings beziehen sich viele Tricks und Kniffe auch auf so grundlegende Probleme, dass sie der PC-Nutzerschaft sicherlich noch für lange Zeit erhalten bleiben werden.

Dabei ist das Buch kein alles umfassender Rundumschlag. Lösungen bietet Bass zu den Themen E-Mail, Windows, Internet, Microsoft Office, Windows Explorer, Musik, Video und CDs und Hardware - und damit wohl zu den Kernproblemchen des Privatanwenders. Hervorzuheben ist noch das schöne Linkverzeichnis  zu zahlreichen nützlichen Tools und Programmen, das O'Reilly zum Buch zur Verfügung stellt.

Wer braucht sowas?

Man kann "Wenn der PC nervt" lesen wie ein Buch oder es nutzen wie einen Ratgeber. In letzterer Funktion mag es auf Büroetagen als "Erste-Hilfe-Kasten" für kleinere Wehwehchen dienen, bevor man den Not-EDV-Mann ruft. Wer sich das Buch dagegen privat kauft, hat entweder mehr als nur ein zu lösendes PC-Problem oder sich entschlossen, sich für die Fülle der immer wieder auftretenden Windows-Alltagsprobleme fitter zu machen.

Aus der Flut der IT-Veröffentlichungen sticht "Wenn der PC nervt" heraus, weil es seine Zielgruppe weder als IT-Freaks mit Hackerqualitäten, noch (wie viele Einführungen auf "Wat isn' Dampfmaschien"-Niveau) als ignorante Fehler-Produzenten sieht: Bass schreibt für intelligente Menschen, die täglich mit der Maschinerie leben und arbeiten, ohne ihre Technik ständig zu hinterfragen.

So muss das ja auch sein: Wer Auto fährt, montiert deshalb ja auch nicht unbedingt Motoren - einen Führerschein und Fahrerfahrung hat er aber durchaus. Dem "Do it yourself"-Geist folgend mag er darauf verfallen, Öl- und Reifenwechsel künftig selbst zu erledigen: Dabei hilft ein "Schrauberbuch". Genau so kann man Steve Bass streckenweise launigen Ratgeber sehen.

"Wenn der PC nervt..."
"Wie Sie die Macken Ihres Computers in den Griff bekommen"
O'Reilly, 2004
ISBN 3-89721-174-2
224 Seiten, 22 Euro

Frank Patalong

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