BugBear.B-Virus Aus Teddy wird Grizzly
"Aufgrund der extrem schnellen Verbreitungsgeschwindigkeit", schreibt der Virenschutz-Entwickler Symantec, "wurde W32.Bugbear.B@mm heute von den Symantec-Virenschutzexperten in die Kategorie 4 von 5 Gefahrenstufen eingestuft. Gestern haben unsere Sicherheitsexperten eine stündliche Verdoppelung von Vireneinsendungen festgestellt."
Da sind sie nicht allein: Alle Experten warnen eindringlich vor dem neuen digitalen Schädling. Der sei die Weiterentwicklung eines Virus aus dem Vorjahr, aber eine ziemlich gelungene: Schon die erste Version war nicht von schlechten Eltern - immerhin das zweiterfolgreichste Virus des letzten Jahres - aber gegen Version B noch nahezu ein Teddy. BugBear.B geht mit rasanter Geschwindigkeit um die Welt - und er will nicht spielen.
Anders als viele offensichtlich aus Spaß, Geltungssucht oder der Lust am digitalen Vandalismus in die Welt gesetzte Schädlinge hat BugBear.B einen Auftrag: Er dringt in Rechner ein, installiert ein Backdoor-Programm, das den Zugang zum befallenen Rechner öffnet, schnüffelt nach Kreditkartennummern und vervielfältigt sich selbst. Das Virus leitet also eine ganze Abfolge von Schadensroutinen ein, bis hin zum Keylogging: BugBear installiert ein Programm, das Tastenanschläge protokolliert und so dazu benutzt werden könnte, Access-Codes zu Online-Banking-Konten oder Kreditkartennummern abzufischen.
Alle Virenschutzunternehmen raten deshalb dringend zu Updates des Virenschutzes.
BugBear.B belastet auch den Netzwerkverkehr. In Firmennetzen versucht er, sich nicht nur per E-Mail, sondern auch über das interne Netzwerk zu verbreiten. Das kann im Erfolgsfall zur völligen Überlastung des Netzwerkes führen: Ein früher Indikator sei hier der Buffer-Overload an Netzwerkdruckern.
- BitDefender:Beschreibung von BugBear und Removal-Tool
- Symantec:BugBear-Removal-Tool
- Virenschutz:Sophos
- Kaspersky-Labs:Aktuelle Viren-Updates
- Trend Micro
- Innenministerium:Maßnahmenkatalog zum Schutz vor Viren
BugBear befällt die Exe-Dateien diverser Programme, konzentriert sich dabei aber offenbar stark auf P2P-Börsen. Das Virus deaktiviert Virenscanner, Firewalls und Software, die vor Spyware und Schnüffelprogrammen schützt.
Wolf im Schafspelz
Der Erfolg von BugBear.B ist nur durch seine nahezu perfekte Tarnung zu erklären. Das Virus greift E-Mail-Adressen ab und verbreitet sich in deren Namen, was eine Warnung vor bestimmten Mail-Absendern oder Betreffzeilen unmöglich macht. Neben einem Satz von rund 45 verschiedenen Betreffzeilen, die zur Erstverbreitung des Virus dienten, nimmt das Virus offenbar die Zeilen auf, die es in den Mailordnern befallener Rechner findet.
Gemeinsam haben die Virenmails, dass sie als Dateianhang eine Pif-, Exe- oder Scr-Datei tragen, die alle irgendeine Art von Mehrwert versprechen: Screensaver, Bilder, Dokumente, Programme. Vor dem Anklicken dieser Dateien muss - wie immer - dringend gewarnt werden: Unverlangt zugesandte E-Mail-Anhänge sollten grundsätzlich nie geöffnet werden.
Die Virenschutz-Unternehmen haben Updates ihrer Software zur Verfügung gestellt, die BugBear.B ausfiltern können. Bereits befallene Rechner sollte man schnellstmöglich "reinigen", dennn BugBear.B zerstört auch Dateien. Entsprechende "Removal Tools" gibt es zum Beispiel von BitDefender oder Symantec .