Casemod-Meisterschaft 2006: Deutschlands seltsamste Computer - DER SPIEGEL
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Casemod-Meisterschaft 2006 Deutschlands seltsamste Computer

Zum fünften Mal trafen sich am Wochenende Deutschlands Tüftler, Schrauber und Epoxidharz-Gießer zur Casemodding-Meisterschaft. Ihr Ziel: Computer möglichst krass, chic oder spektakulär zu verändern. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die "ausgefallensten Computer Deutschlands" sollten am Wochenende in Dortmund gekürt werden - und die vorgestellten Modelle wurden dem Anspruch mühelos gerecht. Fünf Tage lang präsentierten Deutschlands Casemodder (was übersetzt so viel wie "Gehäuse-Modifizierer" bedeutet) sich und ihre Künste im Rahmen der Hobbytronic-Messe in Dortmund.

Und das Interesse an den Tüftlern und ihren exotischen Kisten wächst: "Völlig umlagert" sei der Stand der Deutschen Casemod Meisterschaft DCMM  an den Wettbewerbstagen gewesen, resümiert Organisator Michael Wegner: "Der Gang vor unseren Ständen war zu." Vorab hatte es drei Tage lang Live-Modding-Vorführungen gegeben, was das Interesse am Stand noch einmal deutlich belebt habe.

Denn letztlich sind die "Modder" natürlich Exoten im Kontext der Hobbytronic. Wegner kann sich trotzdem gut vorstellen, dass die Meisterschaft auch im nächsten Jahr dort zu Gast sein wird. Zwar gibt es Events, die der Modder-Szene näher zu sein scheinen, wie beispielsweise die Games Convention in Leipzig. Trotzdem sei die durchaus keine logische Alternative, erklärt Wegner: "Die Bastler arbeiten ja vor allem über den Winter. Wenn die dann im Frühjahr aus ihren Kellern kommen, wollen die ihre Sachen auch zeigen. Deshalb sehe ich für die Casemodding-Meisterschaft als einzig logischen Termin das Frühjahr."

Da wird er Recht haben, der Mann kennt sich schließlich aus: mit Computern, die aussehen wie Aliens, wie Design-Applikationen fürs kühle Yuppie-Wohnzimmer, wie von innen glühende Leuchtmöbel, wie Bierkästen, Autoreifen, Gitarren oder Schaufensterpuppen. All das hat es schon gegeben bei den Modding-Meisterschaften, denn prinzipiell gibt es kaum etwas Hohles, was Modder nicht versuchen, mit Rechner-Innereien zu befüllen. Der diesjährige Sieger "Predator" kommt in Gestalt des berüchtigten Aliens daher - und konnte gleich in zwei der drei Kategorien Preise einheimsen.

Denn die Meisterschaft wird in drei Kategorien ausgetragen. Neben den klassischen Casemods (Veränderungen des Gehäuses) sind es vor allem die "Casecons" (vollständige Eigenkonstruktionen eines Gehäuses von dann völlig beliebiger Form), die vom Publikum geliebt werden. In aller Regel können die Cons auch in der dritten Disziplin, bei den "spektakulärsten Cases" mächtig auftrumpfen - wie der "Predator" in diesem Jahr.

Nur eines gilt für alle drei Disziplinen: Laufen muss der Kram am Ende, denn - egal wie die Dinger aussehen - Computer müssen sie schon sein, die Mods.

In den ersten Jahren belächelt, hat sich Casemodding längst zum großen Trend ausgewachsen. Kein Elektronik-Versender oder -Kaufhaus, dass nicht auch Modding-Zubehör im Angebot hätte. Die Zeiten des langweilig-beigefarbenen Rechner-Einerlei hat das schon jetzt beendet: Vor allem in der Gamer-Szene sind auch visuell "getunte" Gehäuse zunehmend beliebt.

pat