Cebit-Knüller Immer mehr mobile Hardware
Und dabei sind auch immer mehr Sinne des Anwenders gefragt: Duftende Websites stellt etwa das Multimedia-Unternehmen NCR aus Augsburg vor. Ein spezieller "Duftapparat" verströmt passend zum Geschehen auf dem Monitor verschiedene Geruchsstoffe. Das riechende Internet sei vor allem als verkaufsfördernde Maßnahme gedacht, sagt NCR-Sprecher Claus Korfmeister. Bevorzugtes Einsatzgebiet für die "duften" Seiten könnte eine Art Webkiosk sein. "Für den Internetzugang im Wohnzimmer ist das noch nichts", so Korfmeister.
Ums Internet geht es auch bei Microsofts "Web Companion". Noch gibt sich der Softwarehersteller mit Deutschlandsitz in Unterschleißheim bei München geheimnisvoll: Es handelt sich um einen kleinen tragbaren Computer, der seinen Anwendern einen möglichst einfachen Zugang ins Internet bieten soll. Der "Web Companion" arbeitet auf Basis des Microsoft-Online-Dienstes MSN und sucht sich automatisch den Zugang ins Netz, sobald er eingeschaltet wird.
Beim Design der Tastatur wurde viel Wert auf eine einfache Bedienung gelegt. So wurde zum Beispiel die von konventionellen Tastaturen her bekannten Tasten F1 bis F12 durch funktionsbezogene Tasten wie "E-Mail" oder "Home" für das Aufrufen der Startseite ersetzt. Wann der "Web Companion" auf den Markt kommt und was er kosten soll, ist noch offen. Und da es weltweit nur zwei Prototypen gibt, ist nicht einmal sicher, dass das Gerät auch auf der Cebit gezeigt wird. "Wenn überhaupt, wird es wohl nur für Journalisten zu sehen sein", sagt Microsoft-Sprecher Thomas Baumgärtner.
Das "Watchphone" (WP) wird dagegen auf jeden Fall in Hannover gezeigt: Die Uhr ist eine Studie des koreanischen Herstellers Samsung und wirkt so futuristisch, dass man sie sich auch am Handgelenk von Jean Luc Picard, dem Kommandeur des "Raumschiff Enterprise", vorstellen kann. Das Gerät bietet Telefon, Armbanduhr, Telefonbuch, Taschenrechner, Kalender, eine Aufgabenliste sowie die Möglichkeit zur Abgleichung der Daten mit dem Heim-PC. Ab April soll die Produktion des WP in Asien und in den USA anlaufen. "Wann das Gerät in Deutschland auf den Markt kommt und was es kosten wird, steht noch nicht fest", sagt Birthe Wehren, Samsung-Sprecherin in Frankfurt.
Das "Highlight" des japanischen Elektronikkonzerns Sharp dürfte der Handheld-PC Pro "HC-7000" sein. Das Gerät verfügt über das Betriebssystem Windows CE, ermöglicht den Gang ins Internet und besitzt eine eingebaute Digitalkamera. Mit Lithium-Ionen-Akku wiegt der "HC-7000" gerade mal 820 Gramm und ist nicht größer als ein Blatt der Größe DIN-A5. Die Dateneingabe erfolgt per Notebook-Tastatur. Zudem soll der tragbare Computer als MP3-Player fungieren: Software und Stereo-Kopfhörer-Anschluss sind dafür vorhanden. Mitte 2000 soll der Rechner auf den Markt kommen, so Sharp-Sprecher Martin Beckmann.
Sony stellt auf der Cebit unter anderem den ersten Camcorder der Welt mit integriertem Fotodrucker vor. Das Gerät hat den Namen DCR-TRV820. Das digitale Bild im JPEG-Format mit einer Auflösung von 640 mal 480 Pixeln wirft der Drucker im Format 6,4 mal 4,8 Zentimetern raus. Der Camcorder verfügt zudem über eine Blue-Box-Funktion, die das Vermischen von Stand- und Bewegtbildern ermöglicht. Daneben besitzt das Gerät sowohl digitale als auch analoge Ein- und Ausgänge.
Neu am DCR-TRV820 ist auch der Longplay-Modus, mit dem sich die Aufnahmedauer um das Eineinhalbfache der normalen Kassettenlaufzeit verlängern lässt. Ein Analog-Digital-Wandler zur Digitalisierung analoger Videoaufnahmen ist ebenfalls vorhanden. Das LC-Display mit 8,9 Zentimeter Bildschirmdiagonale ist frei schwenkbar. Das Gerät soll ab April ausgeliefert werden und 3200 Mark kosten.
Optisch erinnert der Memory-Stick-Walkman NW-MS7 von Sony etwas an einen Rasierapparat. Die Musik kommt hier nicht mehr von der Cassette oder einer Mini-Disc, sondern vom so genannten Memory Stick. Das 69 Gramm leichte Speichermedium bietet Platz für 64 Megabyte, was rund zwei Stunden Musik entspricht. Ein Nachteil ist, dass der Speicher nur von einem PC aus bespielt werden kann. Die notwendige Software wird aber mitgeliefert. Damit können sowohl die im Internet weit verbreiteten MP3- wie auch WAVE-Dateien und digitale Kopien von der CD bearbeitet werden.
Die Software wandelt MP3- oder WAVE-Dateien in das von Sony entwickelte ATRAC3-Format um und überträgt sie anschließend auf den Walkman, so Sony-Sprecher Stefan Michalk in Köln. Der NW-MS7 kostet rund 850 Mark. Den Preis treibt Michalk zufolge vor allem der Memory Stick in die Höhe, dafür kann der Speicher aber auch für manche Digital-Kameras und andere Geräte verwendet werden.
Sven Appel