Cebit-Spaltung: Das Konzept ist gescheitert - DER SPIEGEL
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Cebit-Spaltung Das Konzept ist gescheitert

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hannover - Die Idee für die Cebit Home wurde aus einer gewissen Not heraus geboren. Weil die erfolgreiche Computermesse Cebit jedes Frühjahr in Hannover aus allen Nähten platzte, suchten die Veranstalter Mitte der neunziger Jahre nach einer Teilung. Die Privatbesucher sollten der Cebit fernbleiben - und dafür alle zwei Jahre im Wechsel mit der Berliner Funkausstellung mit einer verbraucherorientierten Multimedia-Messe bedient werden.

Der großen Cebit tat die Ausgliederung keinen Abbruch. Dafür kam die kleine Tochtermesse nie aus dem Schatten der Mutter heraus. 1996 zur Premiere kamen 632 Firmen, das waren gerade mal zehn Prozent der Cebit-Aussteller. Mit den 215.000 Besuchern waren etliche Firmen, die viel Geld für einen Messestand aufbringen müssen, nur bedingt zufrieden: Zu wenig Händler seien dabei gewesen, hieß es. Denn Privatbesucher können auf einer Cebit nichts kaufen und kommen vor allem, um zu gucken und neue Spiele oder Geräte zu testen.

1998, bei der zweiten Cebit Home, sank die Zahl der Aussteller auf 586, die der Besucher auf 180.000. Eine Halle wurde mangels Aussteller gar mit Automobilen aufgefüllt. Schwerpunkt war die Spiele-Software, die auch in diesem Herbst in Leipzig als Topthema gedacht war. Doch diesmal spielten auch die PC-Spielemacher nicht mit. Auch das schnell kreierte neue Top-Thema Internet zog nicht.

Mit der Absage für Leipzig gilt das Konzept der Cebit Home als gescheitert. Eine Messe mit diesem Namen wird es nach Einschätzung aus Branchenkreisen nicht wieder geben, weder in Leipzig noch in Hannover.