Celeron vs Duron Intel schließt wieder auf
Der weltweit größte Chip-Hersteller Intel hat die Einführung neuer, leistungsstarker Versionen seines Billig-Chips "Celeron" bekannt gegeben. Die neuen Prozessoren sollen in Versionen von 633, 667 und 700 Megahertz auf den Markt kommen, kündigte Intel am Montag an.
Das entspricht in etwa einem Formel 1-Überholmanöver im Kurvenbereich: Jedesmal wenn es Angstgegner AMD gelingt, den ehemaligen Quasi-Monopolisten kurzzeitig zu überholen, zaubert Intel einen schnelleren Chip aus dem Hut. Irgendwie könnte man dabei den Einbruch bekommen, beide "Teams" hätten dabei die Orientierung verloren - eine "Zielgerade" ist weit und breit nicht in Sicht. Das Rennen wird immer schneller, bis einer der Kontrahenden aus der Kurve fliegt.
Der Nutzwert einer Leistungssteigerung des Prozessors um ein-, zweihundert Megahertz geht für den Privatanwender langsam gegen Null: Abgesehen von grafisch sehr aufwendigen Spiele-Programmen ist der Performance-Zuwachs zwar messbar, aber kaum mehr spürbar. Geschwindigkeit und Güte der Performance entscheiden sich zudem auch daran, wie optimal die einzelnen Komponenten der Rechner aufeinander abgestimmt sind. Selbst bei Spielen bringt im Zweifelsfall eine bessere Grafikkarte mehr Geschwindigkeits- und Qualitätszuwachs als ein schnellerer Chip. Was bleibt, ist das Prestige des "technologischen Führers": daran macht sich zu einem guten Teil die Bewertung des jeweiligen Unternehmens an den Börsen fest.
Erst vor einer Woche hatte der Intel-Rivale Advanced Micro Devices (AMD) den Chip-Giganten aus Kalifornien mit seinen neuen "Duron"-Modellen für Einsteiger-Computer überholt. "Es ist lange her, dass wir einen so hitzigen Wettbewerb auf dem Markt für Einsteiger-PCs hatten", sagte Nathan Brookwood von der kalifornischen Marktforschungs-Gesellschaft "Insight 64".
Duron und Celeron sind spezielle Billig-Chips für den Einsatz in PCs oder mobilen Rechnern wie Laptops. Im Kopf-an-Kopf-Rennen um die schnellsten Chips konnte AMD mit der Markteinführung der im Vergleich zu Intels Celeron bis zu 25 Prozent leistungsfähigeren Duron-Chips vorübergehend in Führung gehen. Jetzt holt Intel im Wettbewerb wieder auf. Im März hatte AMD wenige Tage vor Intel erstmals die Ein-Gigahertz-Marke durchbrochen.