Chip-Entwicklung: Intel schrumpft Chips - DER SPIEGEL
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Chip-Entwicklung Intel schrumpft Chips

Kleiner ist schneller und billiger, zumindest bei Mikrochips. Im Rennen um die kleinsten Prozessoren hat Intel eine neue Bestleistung vorgelegt: Künftig können fast doppelt so viele Schaltkreise wie bisher auf einen Chip gestopft werden. Das kommt auch der Umwelt zugute.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ingesamt 16 neue Prozessoren hat Intel heute vorgestellt. Einige davon unterscheiden sich allerdings nur in Details. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie aus noch kleineren Bauteilen als bisher hergestellt werden. 200-mal schmaler als ein rotes Blutkörperchen sind die einzelnen Leiterbahnen. Möglich macht das ein neuer Herstellungsprozess - der zudem umweltfreundlicher als bisher sein soll.

Möglich wurde das neue Verfahren unter anderem dadurch, dass jetzt anstelle des bisher üblichen Silizium, das Übergangsmetall Hafnium verwendet wird. So konnte die Breite der Leiterbahnen auf 45 Nanometer reduziert werden. Bislang werden Intel-CPUs überwiegend im 65-Nanometer-Verfahren hergestellt. Durch die Miniaturisierung passen künftig fast doppelt so viele Schaltkreise wie bisher auf dieselbe Grundfläche.

Eben diesen Effekt hat Intel bei den heutigen Neuvorstellungen ausgenutzt. Dazu zählen unter anderem, zwölf neue Vierkern-Xeon-Server-Prozessoren mit Taktfrequenzen zwischen 2,0 und 3,2 Gigahertz. Statt der bisher bei solchen Chips verbauten 582 Millionen Transistoren, ist es dem Hersteller nun möglich, 820 Millionen der winzigen Schaltkreise auf einem Chip unterzubringen.

Nur eine Desktop-CPU

Etwas weniger aufwendig - mit "nur" 410 Millionen Transistoren - ausgestattet sind die Doppelkern-Xeon-Prozessoren mit bis zu 3,4 Gigahertz.

Für Desktop-PCs bietet Intel derzeit nur eine einzige 45-Nanometer-CPU an, den Core 2 Extreme QX9650. Mit einem Stückpreis von 1000 Dollar ist der freilich nur eine Option für Highend-Gamer. So ist das Produkt aber auch ausgelegt: Per definitionem pulst die "Extreme Edition" ungebremst - eine Einladung, per Übertaktung das Optimum aus dem Chip zu kitzeln.

Neben einem Mehr an Leistung verspricht Intel für die neuen CPUs vor allem bessere Energieeffizienz. Strom sparende Varianten der Server-Prozessoren werden für nächstes Jahr erwartet. Gerüchten zufolge sollen im Januar weitere 45-Nanometer-Chips für Desktop-PCs folgen.

Allen Prozessoren, die in dem neuen Verfahren hergestellt werden ist gemein, dass ihre Produktion ganz ohne umweltbelastendes Blei erfolgt. Ab 2008 will Intel zudem auf die Verwendung von Halogenen verzichten. Geplant sind zudem offenbar neue, sparsame Chips auf Basis der neuen Technologie. Mit denen könne man "schnellere und kleinere Computer, längere Akkulaufzeiten und mehr Energieeffizienz bereitstellen", sagt Intel-Chef Paul Otellini.

Das Ziel, so Otellini, sei es, "in Zukunft Prozessoren auf den Markt zu bringen, die es ermöglichen, das komplette Internet auf sehr kleinen und portablen Geräten zu nutzen."

Und damit dürfte der Chip-Hersteller voll im Trend liegen.

mak