Chip-Entwicklung: Toshiba und Fujitsu kooperieren - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Chip-Entwicklung Toshiba und Fujitsu kooperieren

Die Branche taumelt in der Krise, Forschung ist teuer und drückt zusätzlich auf die Margen. Nah liegt da die Einsicht, dass es sich gemeinsam besser spart , und schon liegen sich zwei Branchenriesen in den Armen - und das liegt voll im Trend.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die japanischen Chiphersteller Toshiba und Fujitsu haben angekündigt, künftig in der Entwicklung von neuen Chips zusammenzuarbeiten. Wie Toshiba und Fujitsu am Mittwoch in einer gemeinsamen Stellungnahme in Tokio mitteilten, wollen die beiden Technologiekonzerne innerhalb dieser Allianz Halbleiter für die Kommunikation und andere Anwendungen entwickeln.

Außerdem beinhalte die Zusammenarbeit die Planung und Entwicklung von Produktionsplattformen und Siliziumtechnologie. Toshiba ist Japans größter Chiphersteller, Fujitsu rangiert auf Platz fünf der Branche.

"Die zwei Unternehmen können Wege suchen, den Umfang ihrer Partnerschaft noch zu erweitern. Dies betrifft auch die Möglichkeit einer Integration der Aktivitäten", hieß es in der Stellungnahme. Angesichts der Krise in der Halbleiterindustrie und dem anhaltenden Wettbewerbsdruck durch ausländische Konzerne wie Samsung Electronics sind japanische Chipkonzerne derzeit verstärkt auf Partnersuche.

Im März hatten der drittgrößte Chiphersteller Hitachi und die viertgrößte Mitsubishi Electric angekündigt, einen Großteil ihrer Aktivitäten bis zum Frühjahr nächsten Jahres zusammenlegen zu wollen. Toshiba hatte bereits im April Pläne für eine Allianz mit Sony und IBM für die gemeinsame Entwicklung neuer Halbleitertechnologien veröffentlicht. Die Zusammenarbeit solle vornehmlich der Entwicklung und Produktion von Chips für die Sony-Spielkonsole PlayStation 2 dienen. Der zweitgrößte japanische Chipkonzern NEC legt sein Geschäft mit DRAM-Chips, die für Computerspeicher eingesetzt werden, im Rahmen eines Joint-Venture mit Hitachi zusammen.

Auch Chipkonzerne in Europa und USA schmieden derzeit Allianzen, um somit die hohen Entwicklungskosten zu reduzieren. Am Dienstag hatte der Halbleiter-Konzern Infineon Technologies gemeinsam mit Motorola und Agere Systems angekündigt, in einem Gemeinschaftsunternehmen die Entwicklung und Vermarktung von Digitalsignalprozessoren (DSP) zusammenzulegen. Diese Prozessoren kommen vor allem in Handys und in Produkten der Unterhaltungselektronik zum Einsatz.