Chip oder Platte: Das ABC der Mini-Speichermedien - DER SPIEGEL
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Chip oder Platte Das ABC der Mini-Speichermedien

Bilder, Songs und Videos verlangen nach Speicherplatz für Digitalkameras, MP3- oder Videoplayer. Allerdings ist die Vielfalt der Speichermedien unübersichtlich: Es gibt nicht nur viele unterschiedliche Bauformen, sondern verschiedene Speichervarianten. Bleibt nur eine Frage zu klären: Was bietet was – und was hat Zukunft?
Von Thomas Jungbluth
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Zum Speichern verwenden die Module in der Regel so genanntes Flash-RAM - das ist Speicher, der auch ohne eigene Stromversorgung seine Inhalte nicht vergisst. Ab einer bestimmten Kapazität (4 Gigabyte) kommen alternativ Mini-Festplatten zum Einsatz.

Digitalkameras haben das Knipsverhalten revolutioniert. Inzwischen haben Anwender sich daran gewöhnt, nicht wie bei Analogkameras jedes Bild zu zählen. Die Folge: Es wird digital geknipst, bis der Aufnahmechip glüht. Geradezu exponentiell hat sich der Speicherbedarf digitaler Kamera vervielfacht. Wurden die Geräte früher noch mit 16- oder 32 Megabyte ausgestattet, benötigt der angehende Hobbyfotograf heutzutage mindestens 256 Megabyte.

Noch einmal multiplizieren muss man diesen Bedarf, wenn es Songs oder gar bewegte Bilder sein sollen, die zum Beispiel in einem Abspielgerät erklingen. Damit der Anwender nicht für jede Jogging-Session zum PC rennen und seinen Player neu füttern muss, erfordern die Geräte schon mindestens 512 Megabyte bis zu 4 Gigabyte.

Lesegeräte

Grundsätzlich gibt es sechs verschiedene Speichermodul-Formate, aber in jedem noch verschiedene Varianten. Allen Speichermedien ist gemein, dass man sie problemlos wechseln kann - und über ein passendes Lesegerät am PC andocken. Solche Lesegeräte verstehen meist mehrere Varianten und somit bis zu 16 aktuelle Speichermodularten.

Etwa Vorsicht ist bei der Handhabung der Module angesagt, denn die Führung ist vor allem bei Billiglesern nicht immer präzise. Problemlos ist dagegen der Anschluss über USB 2.0 an PC oder Mac, die Lesegeräte melden sich als "Wechselspeicher" an und werden von Windows oder Mac OS behandelt wie eine Festplatte.

CompactFlash

CompactFlash-Medien sind neben SecureDisc (siehe unten) am häufigsten im Einsatz. Sie sind dicker, aber robust und vergleichsweise preiswert. Achten sollte man bei Digitalkameras auf die Zugriffsgeschwindigkeit. Die billigsten Module bieten nur mittlere Zugriffszeiten und können so bei vielen Fotos, die schnell hintereinander geschossen werden, zu unfreiwilligen Pausen führen. CompactFlash-Module können auch in einige PDAs eingeschoben werden, um die Bilder unterwegs auch auf einem größeren Bildschirm betrachten zu können.

Schnellere Module erkennt man am Zusatz "Ultra", "Ultra II" oder "Highspeed" - je teurer die Module vom Hersteller sind, umso rascher können die digitalen Fotos auf ihnen abgelegt werden. (Beispiel: Hama CompactFlash Highspeed, 512 Megabyte, ca. 70 Euro)

Im CompactFlash-Format werden auch Mini-Festplatten ab einer Größe von 1 Gigabyte angeboten. Sie dienen als Speichermedium für größere Bilddateien, wie sie zum Beispiel von Profi-Digitalkameras erzeugt werden. Diese verfügen über einen Modus, um die Bilder für eine spätere professionelle Bearbeitung unkomprimiert abzulegen - das braucht natürlich entsprechend Platz. Achtung: Festplatten verbrauchen mehr Strom als Flash-Module, zudem sind die Laufwerke dicker und passen nicht in jeden CompactFlash-Steckplatz.

SmartMedia

Die flachen SmartMedia-Module sterben schon wieder aus. Grund: Ohne eigenen Controller ist es zu sehr abhängig von der eingesetzten Kamera, der flache Aufbau begrenzt die mögliche Kapazität. Darum gibt es auch keine Module, die mehr als 128 Megabyte speichern. Wer z.B. eine ältere Olympus-Kamera besitzt, wird trotzdem nach Ersatz Ausschau halten, der bereits besonders preiswert angeboten wird.

MultimediaCard

Nur daumengroß sind die Multimedia Cards (kurz MMC), die vor allem bei Digitalkameras und MP3-Playern verwendet werden. Sie sind praktisch und preiswert - wenn man auf die Sicherheitsfunktionen der SD-Card verzichten kann, zu der sie kompatibel sind.

SecureData-Card

Im gleichen Format wie MMC und dazu elektrisch kompatibel sind SD-Cards, wie diese Module in Kurzform heißen. Sie sind das universelle Flash-Speichermedium der Zukunft und verfügen gegenüber MMC über zusätzliche Mechanismen zur sicheren Speicherung von Daten. In fast allen PDAs und vielen Digitalkameras werden die Speicher eingesetzt.

Auch von SD-Cards gibt es eine Variante mit schnellere Zugriffszeit speziell für Digitalkameras, für die man 10-15 Euro mehr bezahlt.

MemoryStick

Wer eine Digitalkamera, ein Notebook oder anderes elektronisches Multimedia-fähige Gerät von Sony benutzt, der speichert Bilder und Audio-Dateien auf MemoryStick.

Die Unterschiede zu Multimedia- und SD-Card sind nicht riesig, aber gemein: MemorySticks kosten sehr viel mehr und sind außer zu sich selbst und ihren vielen Varianten zu nichts kompatibel. Nur vereinzelt springen andere Hersteller auf und verwenden diesen Stick auch in ihren Geräten.

Positiv: In jedem Kartenleser ist mindestens auch ein MemoryStick-Leseschacht enthalten. Wer also auf Sony-Kameras schwört und weniger häufig Module nachkauft, kommt gut mit MemoryStick zurecht. Wichtig: Achten Sie darauf, dass die MemoryStick-Variante (Normal oder Pro) in Ihrer Digitalkamera funktioniert.

Für Anwender von Digitalkameras hat SanDisk eine Variante mit Speicher entwickelt, der über besonders schnelle Zugriffszeiten verfügt.

xD-Card

Die kleine xD-Card ist die jüngste Variante und beerbte bei Olympus beispielsweise die SmartMedia-Karte (siehe oben). Auch diese Module kommen ohne eigenen Controller, sind aber dank grundsätzlich großer Kapazität etwas flexibler im Einsatz.

Daumennagelspeicher

"Außer der Reihe" gibt es noch kleinere Speicherchips: SDmini, Multimedia kompakt-Modul und Transflash - die sind jedoch eher für Handys gedacht, um die Schnappschüsse der eingebauten Kamera ohne großen Aufwand zum PC zu transferieren.

Die Module passen prima in einen MMC- oder SD-Card-Adapter - der dann in ein normales Lesegerät gesteckt werden kann. Für Fotofreunde und PDA-Benutzer sind diese Winzlinge eher weniger interessant.

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