Computermanipulation Virtuelle Zeitbombe entschärft
New York - Das im Computersystem der Investmentbank Deutsche Morgan Grenfell entdeckte Programm sollte, nach Meinung der Ankläger, die Aktienhändler der Investmentbank mit falschen Daten versorgen. Hochgegangen wäre die virtuelle Bombe im Juli. In diesem Fall hätten die Broker bei verschiedenen Transaktionen das Risiko falsch eingeschätzt. Den möglichen Schaden schätzen Experten auf mehrere Millionen Mark.
Nun wurde der 36-jährige aus China stammende Tony Xiatong Yu wegen schweren Diebstahls und Computermanipulation dem Richter vorgeführt. Er selbst bestreitet alle Vorwürfe. Bei dem Programm handele es sich nach Aussage seines Anwalts um ein rein "persönliches Handels-Tool". Es würde das firmeninterne Risiko-Modell, das bei An- und Verkäufen herangezogen wird, nicht beeinträchtigen.
"Yu war nie in der Position, um das Unternehmen derartigen Risiken auszusetzen", sagt sein Anwalt. Für den seit 1996 bei der Deutsche Morgan Grenfell, einem Unternehmen der Deutsche Bank Gruppe, beschäftigten Yu wurde eine Kaution in Höhe von 50.000 Dollar beantragt.