Cyber-Attacken: FBI warnte bereits im Dezember - DER SPIEGEL
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Cyber-Attacken FBI warnte bereits im Dezember

Hat sträflicher Leichtsinn den Angriffen auf verschiedene US-Server Vorschub geleistet? Zu diesem Schluss kommen mehrere US-Online-Magazine.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seit Monaten ist bekannt, dass die kleinen Programme, die die Angreifer für ihre Attacken benötigen, auf vielen Servern versteckt sind. CNET  etwa berichtet, dass das FBI, das National Institute of Standards and Technology und das Computer Emergency Response Team der Carnegie Mellon University erstmals im Dezember 1999 und erneut Mitte Januar 2000 vor bevorstehenden Angriffen gewarnt haben.

Bei ihren Attacken, die zuletzt ZDNet und ETrade ausschalteten, haben die Angreifer den höflichen Dialog zwischen Host und Server genutzt. Denn normalerweise sendet der Host dem Webserver eine Meldung mit der Bitte um Authentifizierung. Der Server schickt eine entsprechende Antwort zurück.

Sobald der Host seinerseits diese Antwort bestätigt hat, ist für ihn der Weg auf die Seiten frei. Die Hacker foppten die Server jedoch mit "Denial of Service"-Attacken: Sie schickten tausende Anfrage an die Server, allerdings waren die von ihnen angegebenen Hostadressen allesamt falsch. Die Folge: Der Server konnte die Adressen nicht wie nötig identifizieren, wartete aber seinerseits auf die nötige Antwort der "falschen" Adressaten. Sobald der Server schließlich die Verbindung unterbrach, schickten die Hacker einen neuen Schwall von Anfragen, wiederum mit falscher Adresse.

Dabei machen sich Hacker zumeist Computer oder Workstations mit Hochgeschwindigkeitszugang zum Internet untertan - in der Regel unbemerkt. Gegen diese Art von Angriff gibt es nach Ansicht von Experten zwar bestimmte Sicherheitsmaßnahmen. Beim Angriff auf Yahoo und die anderen Seiten erwiesen sie sich jedoch als wirkungslos.

Zwar hatte Yahoo entsprechende "Wächter" im Einsatz, die auf diese Art von Attacken spezialisiert sind. Doch die schiere Masse der Anfragen setzte den Schutzwall mühelos außer Kraft: Zweieinhalb Stunden lang prasselte auf die Yahoo-Server ein Anfragengewitter von einem Gigabit pro Sekunde nieder.

Der Internetdienst griff in den Stunden höchster Not auf ein Backup-System an der Ostküste der USA zurück. Das hat nach Ansicht von Experten die Website für Anwender wieder zugänglich gemacht.

"Yahoo ist eigentlich darauf eingestellt, große Informationsschübe zu bewältigen. Um dieses Netzwerk in die Knie zu zwingen, bedarf es schon der Gleichschaltung vieler Hosts", sagte Elias Levy, Chief Technical Officer des Internet-Consultingunternehmens Security Focus , gegenüber CNET.

Was das Problem verschärfe. sei die Tatsache, dass die für eine derartige Attacke notwendigen Software-Tools ironischerweise ebenfalls online zu haben sind. Unklar ist weiterhin, ob die Angriffe koordiniert erfolgten oder ob das Zusammentreffen der vielen Attacken eher zufällig war. Eine dem FBI nahe stehende Person meinte im Gespräch mit "Mercury News", bislang lasse keiner der beteiligten Hacker ein besonderes Ziel erkennen. Es sei jedoch denkbar, dass es sich bei den bisherigen Versuchen lediglich um einen Testlauf gehandelt habe. Später könne es dann auch um Erpressung gehen.