Das Universal-Geschenk: Kein Geburtstag ohne MP3 - DER SPIEGEL
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Das Universal-Geschenk Kein Geburtstag ohne MP3

Spätestens seit MP3-Player in jedem Baumarkt zu haben sind, steigt die Nachfrage nach den praktischen Musikkonserven raketenhaft. Wohl der Firma, die den Trend nicht verschlafen hat: Im letzten Jahr stieg der Absatz um 260 Prozent.
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Es hat ein paar Jahre gedauert, aber nun ist es soweit: Wurden vor zwei Jahren Träger von MP3-Playern noch gefragt, was sie da um den Hals hängen hatten, müssen sich Schulkids heute schon fragen lassen, warum sie noch keinen haben. MP3-Player sind allgegenwärtig, die unangefochtene Nummer Eins auf jedem Wunschzettel - und nicht nur bei Kindern und Jugendlichen.

Spätestens Apples iPod hat das Konzept der digitalen Musikkonserve modern gemacht. Rund zehn Prozent aller Amerikaner über 14 Jahre sollen inzwischen einen iPod besitzen.

Im Kielwasser dieses Erfolges boomen eine ganze Reihe von Unternehmen mit. Kaum ein Hersteller von Unterhaltungselektronik, der es sich leisten kann, auf ein MP3-Player-Wortiment zu verzichten.

Spätestens seit dem letzten Jahr sind kleinere Modelle für jedermann erschwinglich - und mittlerweile in jedem Baumarkt zu haben. Der 256-MB-Player kostet heute knapp über 40 Euro und bietet Platz für 50 bis 60 Songs - da schlägt auch Joggers Herz höher und er schnell zu. Fallende Preise und rapide steigende Speicherkapazitäten sorgen für Neukäufe, bevor die alten Geräte wirklich ausgedient haben.

Das alles spiegelt sich auch in harten Zahlen wieder. MP3-Player haben den Herstellern von Unterhaltungselektronik im vergangenen Jahr Absatzrekorde beschert. Nach Angaben der Gesellschaft für Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) wurden 2004 in Deutschland rund 3,16 Millionen Geräte verkauft. Das entspricht im Jahresvergleich einem Wachstumssprung um mehr als 260 Prozent. Das Umsatzvolumen lag bei knapp 300 Millionen Euro, fast 180 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Für 2005 rechnen die Markforscher in Deutschland mit rund 4,5 Millionen verkauften MP3-Playern und damit mit einem weiteren Absatzplus von etwa 44 Prozent. Die Umsätze dürften um etwa 45 Prozent auf 435 Millionen Euro steigen. Die Branche erwartet für MP3-Geräte in diesem Jahr ein insgesamt stabiles Preisniveau. Das deutet darauf hin, dass die Geräte vor dem Hintergrund der im Trend sinkenden Preise über eine immer höherwertigere Ausstattung verfügen.

Die hohe Nachfrage nach den Playern hat laut gfu auch die Zubehörindustrie beflügelt. Adapter für den Betrieb im Auto, für Mikrofonaufnahmen und für den direkten Anschluss von Digitalkameras, Schutzhüllen, Mini-Lautsprecher zum Andocken sowie Infrarot-Fernbedienungen sind im Handel zu haben. Parallel zum Boom der mobilen Geräte entwickelt sich auch der digitale Musikvertrieb über das Internet weiter.