Daten auf Festplatte Zollamt versteigerte PC mit Kinderpornos
Hamburg - Angeblich sollten alle Daten auf der Festplatte gelöscht sein, hieß es auf der Website zoll-auktion.de. Über das Portal verkaufen deutsche Behörden ausrangierte, gepfändete oder beschlagnahmte Ware. Der angebotene PC mit blauem Gehäuse war einer von acht Computern, die das Magazin "Computerbild" ersteigert hatte. Verkäufer war das Hauptzollamt Erfurt.
Doch die Daten waren nicht gelöscht - zumindest nicht richtig. Mit einem handelsüblichen Datenrettungsprogramm ließen sich neben privaten Fotos des früheren Besitzers und harmlosen MP3-Musikstücken auch Kinderpornos und Dutzende Lieder der Neonazi-Band "Landser" wiederherstellen, berichtet das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe. Der Rechner war offenbar in Chemnitz bei einer Wohnungsdurchsuchung sichergestellt und später vom Zoll im Internet offeriert worden.
Normalerweise hätte die Festplatte vor dem Verkauf sicher gelöscht werden müssen. Ein einfaches Formatieren oder Verschieben von Dateien in den Papierkorb reicht dazu jedoch nicht aus, weil Datenrettungsprogramme dies wieder rückgängig machen können. Das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat eigens dafür das Programm VS-Clean entwickelt, das Festplatteninhalte mehrfach überschreibt, sodass alte Daten nicht mehr rekonstruiert werden können. Bei dem blauen PC sei das Programm jedoch offenbar nicht eingesetzt worden, schreibt das Magazin. Vermutlich sei die Festplatte nur neu formatiert worden.
Die Festplatte wurde mittlerweile dem Landeskriminalamt in Hamburg übergeben. Die Auktionsplattform Zoll-Auktion.de kündigte dem Bericht zufolge zudem an, bis auf weiteres keine Computer mehr versteigern zu lassen, wenn nicht die vollständige Löschung der Daten von der Festplatte sichergestellt sei.