Datenverschlüsselung Vertraulich speichern
Das Bargeld liegt im Safe, die Bankunterlagen in der abschließbaren Schublade, und die intimen Worte an die Freundin schützt ein Briefumschlag vor allzu neugierigen Blicken. So ist es in der realen Welt. In der virtuellen sieht die Sache anders aus. Zwar finden sich auf den meisten Computern jede Menge vertrauliche Informationen, doch nur selten werden sie sicher verwahrt.
Schneller als man denkt, gibt man persönliche Daten preis - sei es durch Diebstahl des Notebooks, durch Infektion mit einem Computervirus, der den Rechner ausspioniert oder durch Versehen, wenn die neuesten Projektinformationen per E-Mail an den falschen Adressaten gelangen. Schutz bieten Verschlüsselungsprogramme. Mit Software dieser Art können Texte und Bilder nach einem festgelegten Verfahren für andere unkenntlich gemacht werden. Nur wer über einen bestimmten elektronischen Schlüssel verfügt, kann den Vorgang umkehren und die Dateien lesen.
Unterschiedliche Verfahren stehen zur Wahl. Bei der symmetrischen Verschlüsselung existiert nur ein Schlüssel. Asymmetrische Verschlüsselung nennt man dagegen ein Verfahren, bei dem es zwei unterschiedliche Schlüssel gibt. Der Anwender wählt zum Entschlüsseln einen privaten und zum Verschlüsseln von Dateien einen öffentlichen Schlüssel. Diese Technik bietet sich vor allem für den sicheren Austausch von Daten an.
Die Betriebssysteme Windows 2000 und Windows XP können ohne zusätzliche Software einzelne Dateien, Ordner oder die gesamte Festplatte verschlüsseln. Das für diesen Zweck notwendige "Encrypted File System" (EFS) lässt sich ganz einfach aktivieren: Unter den Eigenschaften einer Datei muss lediglich die Option "Inhalte verschlüsseln, um Daten zu schützen" mit einem Häkchen versehen werden. Das funktioniert auch mit Ordnern oder einer Festplatte.
Kostenlose, kraftvolle Lösungen
Texte werden bequem erst verschlüsselt, wenn man sie in einen speziell geschützten Ordner verschiebt. Entsprechende Nutzerrechte vorausgesetzt, öffnen sich die verschlüsselten Dateien automatisch. Man sollte also ein gutes Passwort für seinen Windows-Arbeitsplatz wählen.
- BSI-für-Bürger:Mit Newsletter "Sicher-informiert"
- Anleitung zu GnuPG
- Verschlüsselungprogramm GnuPG
- Frontends für GnuPG WinPT
- GPGshell
- E-Mail-Plug-In Enigmail für Mozilla Thunderbird
Wichtig ist eine Sicherheitskopie des Schlüssels. Denn nach einem Absturz des Betriebssystems oder nach einer Änderung des Nutzerpassworts könnten unter Umständen die Daten nicht mehr entschlüsselt werden. Die Schlüssel befinden sich im Internet Explorer unter dem Menüpunkt "Extras / Internetoptionen / Inhalte / Zertifikate Exportieren". Hier muss der private Schlüssel ausgewählt und am besten auf eine CD gebrannt oder auf einen USB-Stick gesichert werden.
Neben der Windows-eigenen Verschlüsselung gibt es eine ganze Reihe von Programmen, mit denen sich Dateien schützen lassen. Das bekannteste stammt von Philip Zimmerman und heißt Pretty Good Privacy (PGP). Privatanwender erhalten kostenlos jedoch nur noch eine eingeschränkte Version. Es gibt aber Alternativen, wie den GNU Privacy Guard (GnuPG).
GnuPG ist freie Software, kann kostenlos aus dem Netz heruntergeladen werden und lässt sich ebenso gut bedienen wie PGP. Besonders komfortabel wird es, wenn man sich zusätzlich ein so genanntes Frontend herunterlädt. Das sind Programme, die eine bessere grafische Benutzeroberfläche bieten.
Wer GnuPG startet, muss zunächst ein Schlüsselpaar erstellen, das aus einem privaten und einem öffentlichen Schlüssel besteht. Darüber hinaus benötigt man ein Passwort. Ohne dieses ist der Schlüssel wertlos. Es sollte also gut gewählt, regelmäßig geändert und dabei sicher aufbewahrt werden. Letzteres gilt auch für das Schlüsselpaar, von dem unbedingt eine Sicherheitskopie auf CD gebrannt oder USB-Stick gespeichert werden muss.
So ausgerüstet können persönliche Daten auch auf dem Computer mit einem Mindestmaß an Sicherheit aufbewahrt werden.
Holger Schlösser, ddp